19-jährige Audi-Pilotin revanchiert sich eindrucksvoll für den entgangenen Sieg im ersten Renndurchgang über 30 Minuten: Im zweiten Heat fährt die junge Saarländerin auf und davon. “Benni Hey” freut sich nach Führungsrunden über den zweiten Rang, Lars Pergande bringt den BMW Z4 GT3 unter den Augen seines Mentors Michael Bartels an dritter Stelle ins Ziel.

Startsituation: “Benni Hey” griff gleich nach der Freigabe des zweiten Vorgangs nach der Führung, konnte diese auf Dauer aber nicht halten; Fotografie: Farid Wagner, Roger Frauenrath, DMV-GTC

Es sah nur kurz nach einem Porsche-Triumph aus im zweiten und abschließenden Wertungslauf des DMV-GTC beim Preis der Stadt Stuttgart auf dem Hockenheimring. Zwar griff “Benni Hey” in 911 GT3 R von Schütz Motorsport auf den ersten Metern resolut nach der Führung, doch zum Sieg sollte es für den Langstrecken-Spezialisten zumindest im badischen Motodrom noch nicht reichen. Mit der nachrückenden Carrie Schreiner in. seinen Rückspiegeln gab er sich mit dem sicheren zweiten Rang zufrieden. Die Nachwuchspilotin im Rutronik-Audi R8 LMS schlug nach dem entgangenen Erfolg im ersten Durchgang umso entschlossener im zweiten Heat zu, eroberte den ersten Platz und ließ sich diesen nie wieder entreißen. Nach 18 Runden überquerte sie den schwarz-weiß karierten Zielstrich als Erste. Nebenbei ließ sie in 1:40,742 die schnellste Rennrunde notieren – und natürlich sicherte sie sich auch die bemerkenswert hochkarätig besetzte Damenwertung, die innerhalb des DMV-GTC neben zahlreichen anderen Sonderklassements zur Ausschreibung kommt. Kurzum: Für Carrie Schreiner war es ein Saisonauftakt nach Maß: Bestzeiten im Freien Fahren sowie in den Qualiyings, Sieg im Dunlop 60, Platz drei im ersten Rennen des DMV-GTC und schließlich der souveräne Auftritt im zweiten.

Hinter “Benni Hey”, der mit dem Porsche 911 GT3 R im französischen Dijon in 14 Tagen eine neue Chance auf Siegerehren wahrnimmt, etablierte sich Lars Pergande als Gesamtdritter. Der BMW-Pilot aus Rösrath bei Köln war im Z4 GT3 unterwegs, dessen Einsatz Michael Bartels und dessen Vita4One-Rennstall begleitete. Wie auch Uwe Alzen war der gebürtige Sauerländer Bartels, 1991 bei vier Großen Preisen der Formel 1 in der Vorqualifikation der Hoffnungsträger der Deutschen in der Königsklasse des Motorsports, als Betreuer vor Ort tätig. Alzen, am Vortag im Dunlop60 noch als Rennen fahrender Coach im Lamborghini Huracan GT3 von Suzanne Weidt im Einsatz, konnte ebenfalls zufrieden sein: Trotz Bewegungseinschränkung biss sich seine Klientin durch, belegte den guten dreizehnten Gesamtrang und den zweiten Platz in der Damenwertung. Evi Eizenhammer komplettierte das Klassement der schnellen Ladies als Drittplatzierte. Nach einem Ausrutscher im verregneten Freitagstraining kehrte die Audi-Pilotin im HCB-Rutronik-Team als Gesamt-19. ins Renngeschehen zurück. Mit ihrer Fahrt im aktuellen R8 GT3 belohnte sie ihr Mechanikerteam für den Sondereinsatz. Dieser war erforderlich geworden, nachdem Teile des Unterbodens in Mitleidenschaft gezogen worden waren.

Sonderpokale kamen auch in der Klassik-Wertung innerhalb der GT3-Klasse 1 zur Verteilung. Hier nahm Lars Pergande den Ehrenpreis für Platz eins entgegen, während sich der Albstädter Markus Alber über Position 2 mit der Chevrolet Corvette im Design eines Zebras freute. Stilecht brachte der Bayer denn auch ein soiches Tier – aufgeblasen und auf ein Miniaturformat reduziert, zur Siegerehrung mit. Dritter im Reigen der Klassiker: Bruno Stucky aus der Schweiz mit einem Flügeltürer-Mercedes-Benz SLS der ersten GT3-Generation. Alois Rieder verfehlte als Klassenvierter nur knapp einen der Podiumsränge. Mit dem Porsche 911 GT3 R (Generation 997, Step 2013) belegte der sehr Porsche-erfahrene Zillertaler den zwölften Gesamtplatz vor Suzanne Weidt im Lamborghini. Applaus verdiente ebenfalls die Vorstellung von Max Aschoff im exotischen Praga R1 T. Der Kasseler blieb stets in Schlagdistanz zur Spitze und kam an vierter Stelle ins Ziel. Fast wäre es noch zum Platztausch mit Josef Klüber im Mercedes-Benz AMG GT3 der Equipe Vitesse gekommen. Nach dem starken zweiten Rang von Kenneth Heyer im weiß-grauen Daimler kam Klüber zur Rennmitte dem Praga R1 T bedrohlich nahe. Dieser jedoch konterte und spielte aus den Ecken heraus seine größere Agilität aus. Zum guten Schluss setzte sich Klüber auf dem fünften Platz fest.

Für gute Unterhaltung im Mittelfeld sorgten die Porsche-Piloten der Klasse 3 mit ihren 911 GT3 Cup, angeführt vom Saarländer Routinier Christoph Dupré an 16. Gesamtposition. Mit dem Russen Stanislav Minsky, aus Moskau angereist, folgte der Klassenzweite mit dem Typ 991.2 zwei Gesamtränge hinter Dupré. Der Dritte im Bunde: Karlheinz Blessing im Martini-farbenen 911 GT3 Cup des Gigaspeed Teams Getspeed aus Meuspath. Weitere Klassensieger: Max Aschoff als Solist in Klasse 5 – Antonin Herbeck mit dem roten Pagani Zonda ging leer aus – und Kevin Arnold mit dem TCR-Audi RS3 LMS in Klasse 6.

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins