Mit dem Porsche vorbei an Pyramiden, im Renntempo durch den heißen Sand Ägyptens: Diese Bilder verbinden wir mit der Pharaonen-Rallye, bei der Porsche mit dem 959 noch vor der Paris-Dakar die Weltbühne betrat. Der Katari Saeed Al-Hajri triumphierte denn auch mit seinem Copiloten John Spiller bei der Generalprobe im Oktober 1985, während der Werkswagen von Jacky Ickx und Beifahrer Wolf-Hendrik Unger kurz vor der Rallye Feuer fing und völlig ausbrannte. Zu dieser Zeit war ein deutsches Ehepaar bereits in das nordafrikanische Land ausgewandert, um dort eine Tauchschule zu eröffnen. Trotz der grundlegend veränderten Lebensverhältnisse blieb das Interesse an Sportfahrzeugen der Marke Porsche nicht nur durch die Pharaonen-Rallye bestehen. Mit ihren altgedienten 356ern bereisten die Deutschen regelmäßig die ehemalige Heimat für drei (Sommer-)Monate im Jahr. Es kam der Tag, an dem sie im Porsche Zentrum um eine Probefahrt in einem zeitgemäßeren Modell baten. Die Eheleute hatten für sich festgestellt, dass ihre Vierzylinder-Porsche in den Adelsstand würdiger Oldtimer entrückt waren. Die Geschichte, die vor fünf Jahren erst ihren Lauf nahm, ging etwas anders aus als erwartet, wie Carsten Krome zu berichten weiß. Zwar kam es tatsächlich noch zum Umstieg in einen Porsche moderneren Datums, aber nicht aus der Neuwagen-Auslage.

Restomod – Restauration, Retrospektive, Rückbau und Modifikation in einem. Die Szene kennt (mindestens) zwei grundverschiedene Typen von Restomods: einmal die durch Singer Vehicle Design um 2011 in den Vereinigten Staaten aufgekommenen Primadonnen, zum anderen die pragmatischeren Varianten aus hochspezialisierten Manufakturen oder auch von Privatleuten. Der Ex-Rennfahrer und Handwerker Peter Prosten, 1992 gemeinsam mit Edgar Dören und Michael Beilke Sieger der 24 Stunden von Zolder, verwirklicht in Wipperfürth im Oberbergischen Kreis manche automobile Vision seiner Kunden. Ein deutschstämmiges Ehepaar, seit den frühen siebziger Jahren in Ägypten niedergelassen, erschien eines Tages in Prostens Panoptikum – pardon, Rennwerkstatt – an der Hansetraße, um für sich einen außergewöhnlichen Backdate-Carrera aufbauen zu lassen. Nach einer Probefahrt mit einem Neuwagen aus dem Porsche Zentrum stand für sie fest: Schiebedach, Komfort und funktionierende Klimaanlage ja, aber eben auch klassische Gebläse-Luftkühlung und die Anmutung des Urelfers aus dem frühen siebziger Jahren. Eine Farbpräferenz brachten die beiden Inhaber einer Tauchschule im Land der Pharaonen ebenfalls mit: das „Vipergrün“ des Carrera RS 2.7 Coupé mit dem legendären „Entenbürzel“. Hingegen besaß das Ehepaar kein Basisfahrzeug. Zwar waren für regelmäßige Ausflüge in die einstige Heimat zwei Porsche 356 in Deutschland stationiert, aber kein Neunelfer. Den musste Peter Prosten erst einmal ausfindig machen. In Karlsruhe fand sich, den Suchkriterien entsprechend, ein frühes Modell mit hydraulischer Kupplung und dem hochgeschätzten Fünfgang-Schaltgetriebe der Sortierung „G50“. „Leider aber auch mit einem Serien-Fahrwerk, mit dem es sprichwörtlich bergauf ging“, erinnert sich Peter Prosten, „an der Vorderachse stand es höher als hinten, diese Seitenansicht ist typisch für gebrauchte Sportwagen dieser Zeit“. Ansonsten bot das Modelljahr 1987 nicht nur Schaltkomfort, sondern auch all die heute als selbstverständlich erachteten Annehmlichkeiten. Außerdem zitierte die verbreiterte Serien-Karosserie an der Hinterachse den Carrera RS 2.7, der ebenfalls mit herausmodellierten Backen aufwartete. „Dazu kam mir in den Sinn, dass bei Porsche noch das Chrom-Zierleistenpaket des RS 2.7 erhältlich ist“, bemerkt Prosten. „Daraus leitete ich mein Konzept ab. Etwas RS-Flair sollte dem Projekt meiner neuen Kunden gut zu Gesicht stehen, ohne einen weiteren Klon mit „Entenbürzel“ zu kreieren. Davon gab es schon mehr als genug.“ Statt dessen galt die Devise: Neuwagen-Qualität trifft Individualität. (… to be continued …)

Weiterlesen? Sehr gerne – nach dem Re-Launch von werk1 #001 am 9. August 2019 werten wir im Anschluss an das Handelsende am 9. November 2019 sorgfältig unser Datenmaterial aus, um im Erscheinungsjahr 2020 mit der #werk1Trilogie – einer Ausgabenfolge von drei zusammenhängenden, exklusiven Printmagazinen – zu starten.

Wir beabsichtigen, mit der #werk1Trilogie am Valentinstag, dem 14. Februar 2020 – dem zweiten Gründungstag von Carsten Krome Netzwerkeins – zu beginnen.

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

Fotografie: Carsten Krome Netzwerkeins @Schloss Burg an der Wupper

Weitere Previews finden Sie hier:

https://www.netzwerkeins.com/category/werk1-mgzn-nine-eleven-boxerstories/