Am 2. Oktober 2020 endete plötzlich und unerwartet das nur 51 Jahre währende Leben eines Menschen, der aus der Welt der (Porsche-)Sportwagen kaum wegzudenken war. Uwe Kern war über Jahrzehnte hinweg nicht nur mit den Göttinger Marktgestaltern von AP Car Design untrennbar verbunden, sondern auch mit der Redaktion werk1 | nine eleven boxerstories. Unzählige Fotoproduktionen führten der gelernte Werbetechniker und Markeninhaber Carsten Krome gemeinsam durch – stets mit einer ureigenen Mischung aus Heiterkeit und Professionalität. Erinnerungen an einen fröhlichen, bodenständigen und authentischen Wegbegleiter, der schon jetzt an allen Ecken und Enden fehlt.

Uwe Kern ist tot. Diese Nachricht schlug an einem Mittwochmorgen im Oktober 2020 wie eine Bombe ein. Plötzlich und unerwartet war der 51-Jährige Werbetechniker aus dem Leben gerissen worden. Niemand ahnte etwas, auch sein langjähriger Freund und Weggefährte Thomas Nater nicht. Dem Gründer und Inhaber von AP Car Design oblag die schwierige Aufgabe, über das traurige Ereignis zu informieren. „Uwe und ich lernten uns vor mehr als 30 Jahren hier in unserer Region kennen“, weiß er zu berichten, „er war bereits mit einem Porsche 911 targa unterwegs und ich mit einem klassischen VW Käfer Cabriolet. So kamen wir ins Gespräch, wurden Freunde und kamen später auch miteinander ins Geschäft.“

Uwe Kern war dieser Zeit als angestellter Werbetechniker-Meister in Göttingen beschäftigt. Dem folgte in Hörden am Harz die Gründung eines eigenen Unternehmens: 15 Jahre lang war „Polished Art“ aktiv, unter anderem als exklusiver Dienstleister von AP Car Design. Ein frühes Highlight der Zusammenarbeit: die 2002 auf dem Folien-Schneidetisch realisierte Reminiszenz an einen mehrfarbigen 911 GT2 aus dem Porsche-Werk anno 1995. Naters Basis: kein GT2, sondern ein GT3 der jüngeren Neunelfer-Generation 996. Drei Wochen lang schnitten und tüftelten Uwe Kern und Thomas Nater, ehe der Chronist dieser Zeilen das Resultat unter dem Titel „Naters Nummer neun“ würdigte. 2015, Kern war in ein Angestelltenverhältnis zurückgekehrt, galt es abermals, ein außergewöhnliches Porsche-Projekt ins rechte Licht zu setzen. Diesmal handelte es sich tatsächlich um einen GT2 der Baureihe 993, allerdings im originalgetreuen Klebefolien-Look des US-amerikanischen Champion-Rennstalls von Dave Maraj.

Uwe Kern war bei Anlässen wie diesen wie selbstverständlich mit von der Partie, und das nicht nur als werbetechnisch ausführende Fachkraft. Er gestaltete auch die meisten Fotoproduktionen aktiv mit, und oft genug wurden sie zu einem denkwürdigen Happening. Ob Klosterschule, Spedition oder Holz- und Palettenwerk: Überall glänzten Naters Porsche-Interpretationen mit der Sonne um die Wette. Uwe Kern taufte seinen Freund, Kunden und Weggefährten aus Göttingen ganz einfach „den Langen“. Der wiederum beschreibt den viel zu früh Verstorbenen als einen guten, stillen Zuhörer, als einen aufrechten Menschen, als einen echten Enthusiasten, der aus Überzeugung handelte. Der Schmerz über den Verlust sind ihm und seinem Mitarbeiterteam deutlich anzumerken. „Er fehlt schon jetzt an allen Ecken und Enden“, sagt Thomas Nater nachdenklich. Dem schließen wir uns uneingeschränkt an.

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

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Original-Archivbild: Jürgen Gassebner für AP Car Design