Auch beim siebten diesjährigen Veranstaltungs-Wochenende der Rennsport-Formate DMV GTC und DUNLOP 60 setzte sich Dupré Motorsport Engineering nachhaltig in Szene. Auf dem Omloop Terlamen Zolder in der belgischen Provinz Limburg sicherte sich der Saarländer Traditions-Rennstall alle drei verfügbaren Klassensiege. Mehr noch: Teamgründer Claus Dupré kam als rennerfahrener Coach des jungen Rallye-Piloten Lukas Hein zu Siegerehren im Einstunden-Wettbewerb am späten Freitagnachmittag. Freilich ging dieser Erfolg auch zu Lasten des FIA-Silber-Fahrers Christoph Dupré. Carsten Krome berichtet. 

Eigentlich ist der Omloop Terlamen Zolder seit den siebziger und achtziger Jahren als Schauplatz der Deutschen Automobil-Rennsportmeisterschaft und der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft bekannt. Hier feierte Hans-Joachim Stuck am 1. April 1990 mit dem Audi V8 eine triumphale Rückkehr in die erste Tourenwagen-Bundesliga, nachdem er zwei Dienstjahre in der US-amerikanischen TransAm- und IMSA-Serie verbracht hatte. Doch abseits aller Historie ist der belgische Kurs, rund 40 Minuten westlich der Stadt Aachen gelegen, auch heute noch Austragungsort bedeutender Rennsport-Ereignisse. Am ersten September-Wochenende gastierten die deutxchen Formate DMV GTC und DUNLOP 60 im flämischen Teil Belgiens. Vor dem Start des Einstunden-Rennens am späten Freitagnachmittag verteilten die Akteure einer nationalen Formel-Rennserie jedoch reichlich Öl auf dem Asphalt. Die Rennleitung bemerkte dies und brachte großzügig Bindemittel aus. Allerdings verzichteten die Verantwortlichen auf den Einsatz einer Kehrmaschine, um das abgebundene Medium zu entfernen. Statt dessen sahen sich die TeilnehmerInnen des DUNLOp 60 mit der Devise „Alles oder nichts!“ auseinandergesetzt. Auf rutschiger Piste ging es los. Christoph Dupré, als Gesamtsechster und Klassenbester aus dem Qualifying hervorgegangen, drehte sich im Sandwich der leistungsmäßig überlegenden GT3-Sportwagen und drehte sich mit dem Porsche 911 GT3 Cup der Generation 991.1 ins Aus. Im engen Startgetümmel kassierte der Saarländer einen Treffer des nachfolgenden Markenkollegen und Namensvetters Christof Langer. Anschließend waren an beiden 460-PS-Boliden die Frontschürzen, im Porsche-Jargon PU genannt, nicht mehr zu gebrauchen. Obendrein waren die exponiert weit vorn in der Frontpartie angebrachten Wasserkühler vom unfreiwilligen Kontakt betroffen. Schlagen die Kühlaggregate leck, besteht durch auslaufende Kühlflüssigkeit augenblicklich die Gefahr eines Motorschadens.

Nach Rennabbruch und Re-Start waren die 460-PS-Porsche beider Kontrahenten nicht mehr mit von der Partie. Christoph Dupré analysierte: „Wir haben an diesem Wochenende drei Frontverkleidungen und zwei Wasserkühler verbraucht. Zum Glück haben wir grundsätzlich einen größeren Ersatzteil-Umfang bei den Rennen dabei – so konnten wir den Schaden bis zum zweiten Qualifying des DMV GTC am frühen Samstagmorgen wieder beheben.“ Währenddessen schoben sich Teamgründer Claus Dupré und sein Stuttgarter Schüler Lukas Hein an die Spitze der Klassenwertung, die ausschließlich den Porsche-Cup-Fahrzeugen der Modellgeneration 991 vorbehalten ist. Bis ins Ziel gaben der Senior im Team und der junge Umsteiger aus dem Rallyesport ihre Führungsrolle nicht wieder aus der Hand – ihr erster Sieg. Bitter für Jacob Erlbacher, den 18-jährigen Youngster im Team: Bedingt durch den frühen Ausfall Christoph Duprés kam der Böblinger Nachwuchspilot zumindest im DUNLOP 60 gar nicht erst zum Einsatz. Vor dem Zwischenfall hatten beide Dupré-Porsche noch am Qualifying für das erste Sprintrennen des DMV GTC am Samstag teilgenommen. Christoph Dupré kam dabei als Gesamtsechster mit der Startnummer #1 auf den besten Startplatz in der Klasse 3, Jacob Erlbacher folgte als Achtplatzierter in der Gesamtwertung mit der Startnummer #63 auf dem zweiten Klassenrang. In exakt dieser Reihenfolge endete das erste Sprintrennen über 30 Minuten, ehe es vor dem zweiten Lauf zum Fahrzeugtausch innerhalb des Teams kam. So schreibt es das sportliche Reglement des DMV GTC vor: Da Christoph Dupré einen FIA-Silber-Status besitzt, darf er nicht an beiden Sprintrennen mit ein- und demselben Fahrzeug teilnehmen.

So ergab es sich, das der Porsche-Markenkollege Christof Langer im Qualifying für den zweiten Heat überraschend die Trainingsbestzeit markierte. Im abschließenden Rennen am Samstagnachmittag lag es an Jacob Erlbacher, nun in die Startnummer #1 umgestiegen, um nach der unfreiwilligen Kunstpause im DUNLOP 60 doch noch einen Sieg einzufahren. Christoph Dupré rundete das Ergebnis mit dem zweiten Rang in der Klasse 3 ab und zollte seinem Meisterschüler, zurück im Fahrerlager, Respekt: „Jacob Erlbacher zeigt von Freitag auf Samstag immer wieder einen deutlichen Aufwärtstrend. Er ist vom Charakter her nicht so ein Draufgänger wie Luis Glania im vergangenen Jahr, er steigert sich vom einen Tag auf den anderen und ist wirklich eine Entdeckung.“ Auf dem Hockenheimring findet am 18. und 19. Oktober 2019 das achte und abschließende Rennwochenende der Saison 2019 statt.

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