rennsport revue®: established October '87rennsport revue®: established October ’87

Bilster Berg Cars and Faces – Vol. 1 | 2020_0884

© Carsten Krome Netzwerkeins

„Ich bin dann mal weg.“ Für den Schauspieler und Komiker Hans-Peter „Hape“ Kerkeling aus Recklinghausen wurde dieser Satz im Jahr 2001 zum Leitmotiv. Er pilgerte über den Jakobsweg nach Santiago di Compostela in Spanien und veröffentlichte später ein Buch darüber. Es wurde zum Bestseller. Eine gewisse Ähnlichkeit mit Hape Kerkeling kann Steffan Irmler aus Drebber in Niedersachsen kaum verhehlen. Und obwohl der 52-Jährige kein berufsmäßiger Witzbold ist, steht auch er in der Öffentlichkeit. Aber nicht die großen Bühnen sind seine Welt, sondern die nicht minder große Plattform des klassischen Tourenwagen-Rennsports in Deutschland. Für die Saison 2021 hat er einen „legendären“ Stufen-Plan geschmiedet.

Rückblende in das Jahr 1985: Auf dem Fliegerhorst der Bundesluftwaffe in Diepholz gastiert die Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft. Im Vorfeld des Flugplatzrennens verschickt ein Schüler aus dem Umland der Großen Kreisstadt einen Bewerbungsbrief an einen der Teamchefs in Deutschlands Tourenwagen-Bundesliga. Sein Name: Steffan Irmler. Ihn fasziniert der leichtgewichtige, hocheffiziente BMW 323i E30 Gruppe A mit dem hell singenden Reihen-Sechszylindermotor. Ludwig „Luggi“ Linder aus Pfronten im Allgäu setzt zwei schneeweiße BMW 323i E30 mit feinen, hellgrauen Diagonalstreifen ein – da will Jung-Steffan unbedingt hin, da will er zur Not ehrenamtlich mitschrauben, da will er am liebsten mit seinem Motorroller bis ins Fahrerlager durchgelassen werden!

Und tatsächlich: Ludwig Linder zeigt ein Herz für den Bewerber aus der niedersächsischen Gemeinde Drebber: Aber wo liegt das bitte?! Die Antwort: vom Fliegerhorst nicht allzu weit entfernt – jedenfalls ist der Benzintank des Motorrollers groß genug, um die Entfernung zurücklegen zu können. Und so schraubt beim Flugplatzrennen 1985 ein junger Mann aus der Umgebung mit. Ein paar Jahre zuvor hat es Hans-Peter „Hape“ Kerkeling nicht anders gemacht. Mutig schreibt der Junge, der mal an die frische Luft muss, eine Bühne, ein Funkhaus und einen Sender nach dem anderen an – bis er schließlich dort ankommt, wo er hinwill. Für Irmler, der noch nicht volljährig ist, ist es eine prägende Zeit. Nach dem Rennwochenende in Diepholz wird er noch zu weiteren Einsätzen eingeladen. So lernt er die Rennstrecke von Zolder in Belgien kennen – und den bekannten schwedischen Rennfahrer Per-Gunnar „Peggen“ Andersson.

Sechs Jahre später wird er eigenen Rennwagen, einen Opel Corsa A, besitzen und diesen in Weiß mit feinen, hellgrauen Diagonalstreifen dekorieren wie einst den Linder-BMW 325i des Jahrgangs 1985. Der Weg dorthin führt über einen Opel Kadett D Gruppe H. Auslöser der Leidenschaft für sportliche Fronttriebler mit dem Blitz im Kühler ist der Opel-Tuner Helmut Kissling aus Opelhausen, pardon: aus Oberhausen. Lange Jahre verbringt Steffan Irmler viel Zeit in der Rennwerkstatt, er lernt Helmut Kisslings Söhne Christian und Stefan, aber auch den DTM-Piloten Heinz-Friedrich „Bimbo“ Peil immer besser kennen. Zur gleichen Zeit trifft er auch Volker Strycek, der seit dem Gewinn der Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft 1984 schon ein richtiger Starpilot ist. Er sitzt in der DTM 1989 in einem Opel Kadett E, den er als gelernter Kraftfahrzeug-Mechanikermeister größtenteils selbst auf seine Einsätze vorbereitet.

Der Zufall will es, dass Irmler und Strycek in Helmut Kisslings zusätzlich angepachteter Werkhalle ihre Arbeitsplätze nebeneinander beziehen. Da kommt man leicht ins Gespräch, da tauscht man sich aus, da gibt der Profi dem Nachwuchsmann wertvolle Tipps, weil er schnell bemerkt: Der Junge will nicht nur an die frische Luft, der Junge will es wissen! Dass beide drei Jahrzehnte später Rennen zusammen fahren werden – auf einem Opel mit Frontantrieb – ahnen beide zu dieser Zeit wohl noch nicht. 2015 erwirbt Steffan Irmler einen südafrikanischen Opel Astra Stufenheck aus den Anfangsjahren des Zweiliter-Supertourenwagen-Reglements. Inzwischen beruflich selbstständig, macht er den Rüsselsheimer Renner wieder fahrtüchtig. 47-jährig, kehrt er zurück zu seinen Wurzeln, ist wieder in seinem Element – und fährt 2017 mit Volker Strycek zusammen. Seinen Fundus an Opel-Originalteilen und Rennkarossen baut er aus: Aus Südafrika holt er das Schwester-Chassis des Opel Astra Stufenheck zu sich in den Landkreis Diepholz – und aus Schweden, England und Frankreich viele verschiedene Opel Vectra STW.

Bei manchen Fahrzeugen handelt es sich natürlich auch um Restaurierungsfälle. Auf dem Nürburgring 2018 reiht sich der Astra Stufenheck in diese Reihe ein – leider. Ein zu spät bremsender BMW-Fahrer reißt Steffan Irmler aus der Umlaufbahn. Der Zwischenfall hinterlässt beträchtliche Schäden. Sie zu beheben, nimmt einige Zeit in Anspruch. Erst beim Testtag der Rennsportserie „Tourenwagen Legenden“ im Frühjahr 2020 erstrahlt „die Stufe“ wieder in ihrem alten, legendären Glanz. Sie wird auch in der Saison 2021 das Einsatzgerät der Wahl sein, flankiert von einem Opel Kadett GSi 16V DTM Gruppe A, der der Urvater des Astra Stufenheck ist – dem harten, aber auch ehrlichen „Supertourer“ der ersten Stunde. Für Steffan Irmler hat sich der Kreis geschlossen. Bei den Tourenwagen Legenden findet er das vor, was ihn seit 1985 antreibt. Sein Stufen-Plan für 2021 lautet: „Ich fahr dann mal weg. Schnell!“ Ob ihn sein Weg auch einmal nach Recklinghausen führt?

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

SETTING ONE **Easy Setup** Mobile Spur-/Sturzvermessung

Kurzclip zum SETTING ONE **Easy Setup** Spur-/Sturzmesssystem von IRMLER RACING

#supertourers #supertourer #supertourerreunion #opelstw #stellaartois #stellaartoisbelgium🍺 #opel #irmlerracing #irmlerracingnews #irmlerracingfelgen #irmlerracingwheels #steffanirmler #tourenwagen #Racinglife #racing #racingcars #racingcar #Vectra #opelvectra #ericvandepoele🇧🇪 #ericvandepoele #ericvandepoeledriver #bilsterberg #rennsportrevue #tourenwagenlegenden #lifesbetterwithcameras #drebber #mariendrebber #dümmersee #marissaresort