Anwesend: die DTM-Helden Michael Bartels, Leopold von Bayern, Johnny Cecotto, Jürgen Feucht, Harald Grohs, Marc Hessel, Klaus Ludwig, Bernd Mayländer, Peter Oberndorfer, Manuel Reuter, Bernd Schneider, Volker Strycek; dazu Gerhard Berger, Hans-Jörg Weick (ITR) sowie Christa Haas und Rainer Braun

Sonderausstellung 16 klassischer Original-Fahrzeuge aus der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft sowie aus der STW-Meisterschaft inmitten des Fahrerlagers

Große Begeisterung bei allen Beteiligten vor Ort sowie in der Nachbetrachtung der klassischen Medien und natürlich in den sozialen Netzwerken

Mit beträchtlicher Energie bereitete das organisatorische Dreigestirn der Tourenwagen Classics, bestehend aus Ralph Bahr, Alexander Ferreira und Marc Hessel, die Pressekonferenz im Vorfeld der zweiten Rennsaison vor. Der Rahmen hätte passender und gleichzeitig auch exponierter kaum sein können. Denn beim DTM-Auftakt 2017 auf dem Hockenheimring stand inmitten des Fahrerlagers die Kreschbachhalle zur Verfügung. Sie beherbergte nicht nur eine Sonderausstellung 16 klassischer Original-Fahrzeuge aus der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft sowie aus der STW-Meisterschaft, sie war auch der Schauplatz einer Pressekonferenz mit großer Anteilnahme ehemaliger DTM-Helden – nicht weniger als dreizehn von ihnen erschienen –, bereichert durch das Sportmoderatoren-Duo Christa Haas und Rainer Braun.

Im vollen Bewusstsein, dass viele Augenpaare und Ohren auf die Rückkehr der DTM in ihrer ursprünglichen Form gerichtet sein würden, machte das Organisationstrio seine Sache mehr als gut, positionierte bis zum Vorabend der Pressekonferenz sämtliche Fahrzeuge und sorgte für eine professionelle Livestream-Übertragung der 30-minütigen Veranstaltung unter der Leitung von Ralph Bahr. Was sich dann aber am Samstag, dem 6. Mai 2017, bereits Stunden vor dem eigentlichen Termin in Hockenheim abspielte, stand in bester Tradition der seinerzeit von Rainer Braun ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe unter dem Titel: „Hallo, wie geht’s?“ in der Essener Messe. Alljährlich trafen sicn am Rande der Essen Motor Show honorige Herrschaften mit motorsportlicher Vergangenheit – ein viele Generationen übergreifendes Klassentreffen. So war es auch in der Kreschbachhalle, in der sich manche DTM-Altmeister nach 20 Jahren zum ersten Mal wiedersahen. 1996 fand die DTM-Nachfolgeserie ITC nämlich zum letzten Mal statt, von 1997 bis 1999 verlagerten sich die Aktivitäten der Hersteller auf die FIA-GT-Meisterschaft und auf die STW-Meisterschaft für Zweiliter-Supertourenwagen.

Einmal angekommen, gerieten die Ehemaligen ins Schwärmen: Wer früher einmal ein Rennlenkrad in der DTM in den Händen hielt, möchte dies am liebsten auch bei den Tourenwagen Classics tun. Spontan ergab sich eine Fahrerbörse, und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen: Auch die Ex-Meister Klaus Ludwig und Bernd Schneider zeigten sich mehr als interessiert, mit einem ihrer früheren Dienstwagen zumindest ein Gastspiel zu geben. Volker Strycek, 1984 als erster Meister der Deutschen Produktionswagen-Meiserschaft – aus ihr ging zwei Jahre später die DTM hervor – ein Pionier, äußerte sich begeistert: „Für den Einsatz meines Opel Omega, der 1997 letztmals gelaufen ist, werde ich den Ersatzteilkeller restlos leerräumen!“ Auf einen Auftritt mit dem legendären BMW M3 E30 bereitet sich auch Harald Grohs vor. Der Essener, mit 73 Jahren noch immer im Besitz eines gültigen BMW-Werksvertrages, wird am Nürburgring jenen Vogelsang-BMW M3 pilotieren, den er genau vor drei Jahrzehnten auf dem Hockenheimring zum Sieg steuerte – es war der erste DTM-Triumph dieser Baureihe überhaupt. Heute befindet sich die sorgfältig in den Ursprungszustand zurückversetzte 300-PS-Version im Besitz von Ralph Bahr. Der Wiesbadener greift neben seinen organisatorischen Aufgaben gern auch ins Volant eines Renntourenwagens mit Vorgeschichte. Harald Grohs wird ihn zumindest beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring als Fahrer unterstützen. Marc Hessel plant ebenfalls, zweigleisig zu agieren und neben seiner Tätigkeit für die Tourenwagen Classics auf verschiedenen Autos mitzufahren. Beim Saisonauftakt in Aarhus wird der gebürtige Bonner einen Ford Sierra Cosworth pilotieren, um im weiteren Verlauf des Jahres das Fabrikat zu wechseln. Mit beträchtlichem Aufwand präparieren Jörg Hatscher und Thorsten Stadler den Mercedes C-Klasse aus der ITC-Saision 1996, der zu seiner Zeit das technsich maximal Machbare darstellte. Jan Magnussen, Ricardo Zonta und Juan Pablo Montoya teilten sich den weißen Mercedes-Werkswagen im Warsteiner-Look.

Immer mehr Fahrer, Zeitzeugen und Zuschauer strömten im Verlauf des Pressetermins in die Kreschbachhalle. Begeistert ließen sie ihre Bücher, Zeitschriften, Programmhefte und Bilder signieren. Rainer Braun veranlasste der unerwartet große Zuspruch zu der Aussage (Zitat); „das die klassischen Tourenwagen für das ältere Rennsport-Publium ein Grund sein können, wieder verstärkt in die Stadien zu pilgern. In Kombination mit den jetzigen, jüngeren Zuschauern der DTM könnte sich auf den Tribünen eine großartige Zielgruppen-Mischung ergeben, von der einschließlich der Sponsoren und Partner alle nur profitieren können“. Christa Haas zeigte ebenso große Freude an der Rückkehr zu „ihren Jungs“, mit denen sie in den neunziger Jahren vor der Kamera gearbeitet hat. Welch große Popularität die attraktive Fernsehfrau genießt, zeigte die Begrüßung zwischen ihr und Ex-Meister Volker Strycek. Der gebürtige Essener, seit Jahrzehnten im Hessischen unweit des Opel-Werks zuhause, kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Das allgemeine Fazit: Die alten Zeiten leben wieder auf, und das ist gut so – für das junge Publikum der heutigen DTM und für die Traditionalisten ganz genauso!

Verantwortlich: Carsten Krome