Auf dem Lausitzring: großer Auftritt des Revival Teams Vogelsang im Vorhof der heutigen DTM.

Auch beim zweiten diesjährigen Rennen der Tourenwagen Classics trat das Revival Team Vogelsang mit originalen BMW-Fahrzeugen aus der Historie des Recklinghäuser DTM-Rennstalls in Erscheinung. Olaf Manthey kehrte nach 32 Jahren ins Cockpit seines 1986 zuletzt vom ihm gefahrenen 325i Gruppe zurück, während sich Harald Grohs erneut seinen 1987 pilotierten M3 E30 mit Fahrzeugbesitzer Ralph Bahr teilte. Vor großer Kulisse lagen Freud und Leid allzu eng beieinander – wie so häufig im Motorsport.

Auf dem Lausitzring, unweit von Berlin im Osten der Republik gelegen, feierte Rennfahrer Olaf Manthey ein Wiedersehen mit seinem Dienstwagen aus der DTM-Saison 1986, den BMW 325i Gruppe A. Dieser 245 PS leistende Original-Renntourenwagen gehört zum Inventar des neu geschaffenen Revival Teams Vogelsang, das an die Ära des legendären DTM-Rennstalls aus dem Vest Recklinghausen erinnert. Bei seinem ersten Auftritt mit der Traditionsmannschaft um Horst Vogelsang und Ralph Bahr hatte der 63-Jährige freilich mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Reifen in den Originalgrößen von damals sind kaum noch erhältlich, folglich musste Manthey mit nur einem neuen Satz haushalten und am Samstag das erste Qualifikationstraining auslassen. Im Rennen war dann früh Feierabend für ihn, den Routinier: „Der Motor ging immer wieder aus, ich vermute ein Problem mit der Zündung.“ Bis zum Heimspiel auf der Nürburgring-Nordschleife will Olaf Manthey erfolgreich auf Ursachenforschung gegangen sein: „Ich kann mir vorstellen, dass die Schwierigkeiten hier auf dem Lausitzring auf eine etwas längere Standzeit zurückzuführen und völlig normal sind.“ Vor zwei Jahren hatte der damalige Fahrzeugbesitzer, Steffan Irmler aus Drebber, mit dem Vogelsang-BMW 325i zuletzt ein Rennen bestritten.

Besser lief es für Ralf Bahr und die Essener DTM-Legende Harald Grohs. Ihr schwarzer BMW M3 E30, Jahrgang 1987, ist in der Teamhistorie der Vogelsang Automobil GmbH der unmittelbare Nachfolger. Im unmittelbaren Vergleich mit dem 325i ist der M3 nicht nur um rund 50 PS stärker, sondern aufgrund der breiteren Spur auch fahrwerksseitig weiter entwickelt. Außerdem bietet die von vornherein im Hinblick auf Renneinsätze konfigurierte Aerodynamik klare Vorteile. Nicht umsonst gilt der BMW M3 als einer der erfolgreichsten Renntourenwagen aller Zeiten. Auf dem Lausitzring setzten sich Fahrzeugbesitzer Ralph Bahr und Harald Grohs wie bereits beim Saisonauftakt in Hockenheim nachdrücklich in Szene. Auf dem zehnten Gesamtrang verbuchten sie nicht nur wertvolle Punkte im Rennen um die Meisterschaft, sondern mit dem dritten Platz in der Klasse 3 für Tourenwagen der Gruppe A obendrein noch einen Podiumsrang. Ein kleines Detail am Rande: Exakt vor Jahresfrist, auf den Tag genau vor zwölf Monaten, sicherte Ralph Bahr, damals noch ein Solist, sich selbst und dem Vogelsang-BMW M3 E30 in den Straßen der dänischen Stadt Aarhus den ersten Sieg der Neuzeit. Schon steht mit der Nürburgring-Nordschleife das Highlight der Saison 2018 ins Haus. Die Rückkehr der DTM-Legenden auf den Eifelkurs nach 25 Jahren Absenz könnte zur Gala-Vorstellung für Harald Grohs. Der 74-Jährige kennt sich in der „Grünen Hölle“ aus wie kein zweiter. Das gilt aber auch für Olaf Manthey – beste Aussichten für das Revival Team Vogelsang, mit neuen Erfolgen an die Geschichte des Recklinghäuser BMW-Rennstalls von der Rottstraße anzuknüpfen.

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