Livestream-Übertragungen sind eine faszinierende Angelegenheit und zurzeit in aller Munde. Online-User können in unbestimmter Zahl daran teilhaben und bewegte Bilder in der Qualität einer Live-Übertragung im Fernsehen genießen. Doch wie funktioniert das eigentlich? Carsten Krome Netzwerkeins beschäftigte sich mit der Zukunftsvision des Broadcastings im Motorsport bereits vor fünf Jahren: auf dem Jochpass in den Allgäuer Alpen – gewiss nicht als Pionier, aber zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt. Der seinerzeit entwickelte Slogan lautete damals wie heute: Jeder kann mitfahren. Online. In HD-Qualität.

Der blaue Himmel. Livestream-Übertragungen eröffnen neue Horizonte des Motorsport-Broadcastings. Diese Aufnahme, am 13. Oktober 2013 auf dem Jochpass eingefangen, kann als Sinnbild für diesen neuen Kommunikationsweg gelten; Fotografie: Carsten Krome Netzwerkeins

Wer träumt eigentlich nicht davon, einmal in einem historischen Porsche 911 S/T 2.3 mit 270 PS aus 2.381 ccm über eine der faszinierendsten Passstraßen der bayerischen Alpen gefahren zu werden? Im kompromisslosen Renntempo. Durch 107 Kurven. Knapp 400 Höhenmeter himmelwärts, verteilt auf 6,8 Kilometer Streckenlänge. Beim race2cloud (11.-13. Oktober 2013) war dieses einmalige Erlebnis 15 Kommunikations- und Sicherheits-Experten vorbehalten, die auf Einladung der Telekom Deutschland GmbH an einem zweitägigen Telematik-Workshop teilnahmen. In Zukunft jedoch können Internet-User überall in der Welt im Rennporsche „mitfahren“. Denn LiveStream Perform ermöglicht eine Live-Streaming-Qualität, die einer Fernsehübertragung in nichts nachsteht. Damit wird authentische Cockpit-Atmosphäre für jedermann erlebbar – eine technische Revolution. Carsten Krome hat sich vor Ort überzeugt.

Community: Am 11. Oktober 2013 ergeben die Repräsentanten der Telekom Deutschland GmbH und das schwäbische Motorsportteam Sommer ein buntes Bild inmitten der Allgäuer Alpen. Im Vordergrund: der zum „#Cab2Cloud“ umformatierte Porsche. Foto: Carsten Krome

Sonntag, 13. Oktober 2013, gegen 15.00 Uhr nachmittags. Die Luft im gelben Porsche 911 S/T 2.3 von Sebastian „Baschdi“ Sommer vibiert. Langsam rollt der 270 PS starke, ausschließlich zu Rennzwecken aufgebaute Elfer in seine Startposition. Das Wetter ist sagenhaft, mehr als 22 Grad Celsius zeigt das Thermometer an – draußen. Drinnen in der 960 Kilogramm leichten, bis auf das Allernötigste ausgeräumten Fuhre ist es ungleich heißer, besonders unter dem engen Vollvisierhelm in schlichtem Schwarz. Der Puls steigt, denn in wenigen Augenblicken wird die Urgewalt sechs gut befüllter Zylinder losbrechen. Dann geht es bergwärts. Am Limit. Durch 107 Kurven, verteilt auf 6,8 Kilometer. Im Beifahrersitz des historischen Porsche, der 1970 ausgeliefert und nach jahrelang betriebener Restauration vor wenigen Monaten erst fertiggestellt worden ist. Es ist die buchstäblich letzte Bergfahrt an diesem Wochenende, der abschließende und alles entscheidende Wertungslauf. Jemand reißt kurz vorher noch die Beifahrertür auf, zieht die Sechspunktgurte nach, ruft etwas. Doch es ist nicht zu verstehen. Viel zu laut ist es hier drin, in diesem Gewirr aus Stahlrohren und rohem, nacktem Blech. Im rechten Augenwinkel ist zu erkennen, dass der Rufer Manfred Sommer ist, der Vater des feuerfest gewandeten Volanteurs. Die Beifahrertür fliegt ins Schloss, und nun ist auch das Auto in der langen Warteschlage vor uns losgefahren. Es drückt sich tief in die Federn seiner Hinterachse, beschleunigt hart die leicht ansteigende Startgerade hinauf. Vor stahlblauem Himmel öffnet sich ein weißer Torbogen mit magentafarbenem „T“ – dem Symbol für die Telekom Deutschland GmbH. Hier starten die 150 historischen Automobile und 80 Motorräder einzeln zu ihren Fahrten auf Gleichmäßigkeit. Freigegeben wird die Strecke jeweils nach einer Rückversicherung per Funk, das wirklich alles in Ordnung ist, mit der bayerischen Landesflagge. Diese schwenkt, den Kopf in stiller Andacht – oder höchster Konzentration – geneigt, Marlene Brutscher. Sie ist die Organisationschefin des 15. Jochpass-Oldtimer-Memorials, an dem „Baschdi“ Sommer als Renntaxi-Pilot mitwirkt. Als sich die blau-weiße Startflagge schließlich senkt, tritt er entschlossen aufs Gaspedal. Heiser stimmt der Sechszylinder-Boxermotor sein Lied an. Immer schneller verzerren tausende Zuschauer am Wegesrand zu einer unspezifischen, kunterbunten Kulisse. Am ersten Brems- und Einlenkpunkt vor dem Tanz der 107 Kurven werden 200 km/h locker erreicht und übersprintet sein. Darüber informiert kein Tachometer – den besitzt das „Cab2Cloud“, das Taxi zu den Wolken, überhaupt nicht. Diese Informationen stellt ein Netzwerk verschiedenster Kommunikationskanäle bereit, die die Telekom Deutschland GmbH miteinander verknüpft hat.

Rennsport-Legenden für höhere Aufmerksamkeitswerte: So sitzt Axel Planlenhorn, Teilnehmer an den 24 Stunden von Le Mans auf Porsche, als prominenter Renntaxifahrer im #Cab2Cloud. Foto: Carsten Krome

Und damit sind wir beim Thema. Denn in Zukunft wird es möglich sein, exklusive Erlebnisse wie die Renntaxifahrt im 245 km/h schnellen Porsche 911 S/T 2.3 Internet-Nutzern in größerer, theoretisch sogar unbegrenzter Zahl zugänglich zu machen. Das Stich- und Zauberwort lautet LiveStream Perform, ein Online-Service der Telekom Deutschland GmbH. Dahinter steht die Idee, die Top-Qualität einer Live-Übertragung im Fernsehen über ein ausgeklügeltes Streaming bei unvergleichlich kleinerem technischem Aufwand zu realisieren. Entsprechende Pilotprojekte sind im Umfeld der US-amerikanischen NASCAR-Serie mit Erfolg durchgeführt worden – und 2013 am Jochpass. Ein professionelles Aufnahmeteam postierte sich an der Schlüsselstelle der Natur-Rennstrecke in den Bayerischen Alpen, der „Jochkanzel“ auf 1.000 Metern Meereshöhe. Dort entstanden Bilder, die in Echtzeit auf die Monitore im Teamzelt übertragen wurden. Diese Aktionsbasis für die drei voll vernetzten Renntaxis, die als „Fully Connected Cab2Cloud“ das ganze Wochenende im Einsatz waren, befand sich an zentraler Stelle des Fahrerlagers. Schnell diente es sogar der Rennleitung als wichtige Informations-Schnittstelle. Denn als am Samstag ein Motorradfahrer vom rechten Weg abkam und eine Unterbrechung der Wettbewerbsfahrten auslöste, verfolgte ein Großteil der Organisatoren das Geschehen vor den eigens aufgestellten Bildschimen im „race2cloud“-Teamzelt. In Verbindung mit der Echtzeit-Positionsbestimmung des Telekom-Leistungspartners GPSauge, übrigens für jedermann kostenlos abrufbar über die „racingApp“, ergab sich ein umfassendes Szenario. Mittels der GPS-over-IP-Technologie war es möglich, die exakte Geschwindigkeit jedes der drei gelben Renntaxis in jeder der 107 Kurven genau zu bestimmen und grafisch anzuzeigen. In Zukunft können sämtliche Einzelelemente – bewegtes Bild in Echtzeit, vorab hinterlegte Daten über Fahrzeug und Fahrer, Position sowie Geschwindigkeit als umfassender Rundum-Service für die Zuschauer, Sponsoren und Partner zusammengeführt werden. In dieser Bandbreite hat es all das bisher nur bei aufwändigen TV-Übertragungen großer Sportveranstaltungen gegeben. Im Gegensatz dazu wusste das Online-Streaming in der Anfangsphase aus qualitativer Sicht nicht immer zu überzeugen. Die Gründe für eine unzureichende Streaming-Qualität waren vielfältig. Jedes Content Delivery Network kann aufgrund der hohen Kosten für die Infrastrukturskalierung und Abdeckung immer nur eine begrenzte Anzahl von Kunden gleichzeitig versorgen. Einige Regionen werden also einen sehr guten Empfang haben, im Gegensatz zu Regionen, deren Infrastruktur schwächer ist. Die gängigen Streaming-Technologien stellen außerdem sicher, dass der Inhalt komplett übertragen wird, unabhängig davon, wie belastet der Pfad ist. Dadurch kommt es zu einem Latenzeffekt. Dies mag für Nicht-Echtzeitübertragungen wie bei Video-on-Demand (VoD) funktionieren, nicht aber im Falle einer Live-Übertragung. Oftmals ist die Qualität hinter den Anforderungen zurückgeblieben.

Aufbruchstimmung: Was am 11. Oktober 2013 beim Jochpass Oldtimer Memorial beginnt, löst im Hochommer 2014 den nächsten logischen Entwicklungsschritt aus. Die Idee #MyHeavenEleven kommt zwischen zwei Beauftragungen durch die Telekom Deutschland GmbH auf. Foto: Carsten Krome

Die Antwort auf all diese Herausforderungen lautet LiveStream Perform. Die Telekom Deutschland GmbH hat dieses Produkt in Zusammenarbeit mit dem technischen Partner Octoshape speziell für die Bereitstellung von „Over-the-Top (OTT) Content“ auf den Markt gebracht. Diese Plattform verwendet firmeneigene sowie patentierte Technologie, mit der die Multisource-Übertragung von Inhalten über das Internet ermöglicht wird. Das Ergebnis ist eine konstant hohe Übertragungsqualität für die größten Zielgruppen weltweit bei höherer Kosteneffizienz und schnellerer Kapazitätsskalierung im Vergleich zu allen anderen Technologien. Und so funktioniert es: LiveStream Perform teilt den ursprünglichen Videostream in kleinere Ströme auf, die dupliziert und über mehrere Pfade im Internet übertragen werden. Auf diese Weise kann bei der Überlastung einer Verbindung der Inhalt dennoch über eine weniger frequentierte Verbindung automatisch und sicher ausgeliefert werden. Zusätzlich zu dem daraus resultierenden hohen Qualitätsniveau besteht keinerlei Einschränkung bezüglich der Anzahl oder des Standortes der Nutzer. LiveStream Perform ist, abhängig von den spezifischen Anforderungen, in vier verschiedenen Varianten erhältlich. Zeitgemäß bietet Infinite HD™ HD-Qualität für jeden Bedarf an Live- sowie On-Demand-Videoübertragung. Dies trägt der Erwartungshaltung der Endnutzer Rechnung und stellt sicher, dass diese Inhalte weiterverfolgen – und Zugriffszahlen infolge von Qualitätsverlusten nicht zurückgehen. Infinite HD™ ermöglicht die Aufnahme von Signalen von jedem Standort aus und die Übertragung von Signalen an jeden Standort weltweit. Es verwandelt öffentliche IP-Netze in HD-Bereitstellungs-Infrastrukturen – seien es Internet-, ortsfeste, drahtlose oder mobile Infrastrukturen. Infinite HD-M™ vereint die Vorteile von Infinite HD™ mit Mehrfach-Übertragung, um ein globales Verteilungsnetz zu schaffen. Es bietet ein kanalabhängiges Preismodell mit Flatrates, eine echte Neuheit in der Content-Streaming-Branche. Mit Infinite Enterprise™ kann problemlos hohe Video-Qualität in weltweit operierenden Unternehmen erzielt werden. Inhalte, insbesondere Live-Streaming oder Live-Übertragungen, erreichen Mitarbeiter auf der ganzen Welt, ohne dass teure Hardware angeschafft oder zeitaufwändige Installationen vorgenommen werden müssen. Infinite Uplink™ macht teure Satelliten oder Lichtwellenleiter für Übertragungskanäle überflüssig. Infinite Uplink™ arbeitet mit Standard-Encodern und Standard-Wiedergabegeräten und optimiert die Internet-Konnektivität, um eine stabile und hochwertige Videoeinspeisung zu gewährleisten.

Prima (Marken-)Klima: Dieses Bild, aufgenommen am 11. Oktober 2013 am Jochpass, unterstreicht eine eindeutige Ausrichtung: überzeugender, mit außergewöhnlichen Mitteln effektvoll umgesetzter Marken- und Imagetransfer steht im Vordergrund. Foto: Carsten Krome

Noch einmal zurück an den Jochpass: Auf die Beschreibung der 107-Kurven-Hatz wollen wir an dieser Stelle bewusst verzichten. Denn LiveStream Perform beschert Ihnen in Zukunft Ihr authentisches Online-Rennerlebnis, wo immer Sie gerade auch sind. Dazu gehört nicht zuletzt das Drumherum, das eigentlich nicht Wesentliche. Zu den herausragenden Momenten gehörte beispielsweise die gemeinschaftliche Rückführung aller Teilnehmer ins Tal. Im Gegenlicht der tief stehenden Sonne, vorbei an einem Fahnenmeer. Hunderte ehrenamtliche Streckenposten am Rand der alten Passstraße schwenkten, was immer sie in ihre Finger bekamen – unvergessliche Bilder prägten sich ein. Dank LiveStream Perform wird das, was den Insassen des „cab2cloud“, des gelben Porsche-Renntaxis, vorbehalten war, zum Allgemeingut, zum Gruppenerlebnis. Es wird auch weiterhin heißen: „Save the last dance for me – bewahre den letzten Tanz für mich!“ Aber es wird nicht mehr nur einer damit gemeint sein, sondern ganz viele. Und das ist gut so. Life is for Sharing. Das Leben ist zum Teilen gemacht. Und was verdient, geteilt zu werden? Große Momente natürlich! Am Jochpass und anderswo.

Verantwortlich für Konzept, Fotografie und Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

Jeder kann mitfahren. Online. In HD-Qualität. Dieser Slogan, von Carsten Krome Netzwerkeins entwickelt, ist ein Statement für das kurze Zeit später im historischen Motorsport auf breiter Front praktizierte Livestreaming. Was im April 2013 seinen Anfang nimmt, wird rasend schnell zum Standard.