Beim dritten Lauf der Tourenwagen Classics (TWC) 2018 erlebt natürlich auch das Recklinghäuser Revival Team Vogelsang seinen dritten Aufschlag. Klangvolle Namen bereichern das Traditionsorchester der klassischen Renntourenwagen – mit höchst unterschiedlicher Fortune.

Die Schlagzeilen:

Glückszahl, gutes Omen? Olaf Manthey, Vogelsang-Vertragsfahrer in der DTM 1986, erreicht mit dem Sohn seines ehemaligen Rivalen Johnny Cecotto im 1989er-BMW M3 E30 den dreizehnten Startplatz.

Vorzeitiges Ende einer Dienstfahrt: Harald Grohs, Vogelsang-Vertragsfahrer 1987, rollt im zweiten Qualifikationstraining nach Motorschaden am M3 aus – leider der Ausfall für das gesamte Wochenende.

Künstlerische Pause für den 325i: Der 1986 in der DTM eingesetzte Vogelsang-BMW wird nach dem Einsatz auf dem Lausitzring mit Olaf Manthey noch einmal optimiert – spätere Rückkehr definitiv beschlossen.

Recklinghausen, Nürburgring. Zwei Autostunden oder 191 Kilometer trennen die Rottstraße im Vest vom Eifelkurs, der an diesem Wochenende 91. Geburtstag feiert. Für das Revival Team Vogelsang, mit zwei sporthistorisch bedeutenden BMW-Fahrzeugen aus der klassischen DTM bei den Tourenwagen Classics vertreten, ist es ein Heimspiel.  Das gilt auch für Harald Grohs (74). Die Essener Rennfahrer-Legende, inzwischen auf der Ferieninsel Mallorca zuhause, gewann 1985 für die Vogelsang Automobil GmbH die Deutsche Rennsport-Trophäe auf BMW M1. Mit dem 480 Ps leistenden Gruppe-4-Boliden ging es zwei Jahre später in der hart umkämpften Endurance-Weltmeisterschaft weiter. Weitere zwei Jahre später startete „Nippel“ Grohs für Vogelsang auf jenem schwarzen BMW M3 der Baureihe E30, den er nun gemeinsam mit Ralph Bahr noch einmal pilotiert. Leider zeigte der restaurierte Original-Rennwagen bei der Nürburgring Classic seine Schwächen. Mit einem Motorschaden rollte Harald Grohs im zweiten und abschließenden Qualifikationstraining aus. Da Ersatzteile oder gar komplett einsatzbereite Motoren der legendären Baureihe S14 inzwischen rar geworden sind, wird eine kurzfristige Reparatur vor Ort nicht möglich sein. Die Konsequenz: Grohs und Bahr werden am Renntag ihren Teamkollegen die Daumen drücken und zuschauen.

Denn Olaf Manthey und Jonathan Cecotto, Sohn des ehemaligen Motorrad-Weltmeisters und Formel-1-Piloten Johnny Cecotto aus Venezuela, sind mit dem zweiten M3 im Vogelsang-Rennstall gut bedient. Dabei handelt es sich um den 1989 von Udo Wagenhäuser für Prinz Leopold von Bayern eingesetzten DTM-Renner, der vor vier Wochen nach zweijähriger Restauration in den aktiven Betrieb zurückgekehrt ist. Auf dem Lausitzring saß am Pfingstwochenende denn auch mit SKH Leopold von Bayern der vor 29 Jahren tätige Steuer-Mann im Cockpit. Mit Olaf Manthey (63) übernimmt einer der damaligen DTM-Fahrerkollegen das Volant. Der Rheinländer aus Bad Bodendorf war vor Monatsfrist zunächst mit dem 1986 verwendeten Vogelsang-BMW 325i aktiv. Dieser 245 PS leistende Sechszylinder bedarf allerdings einer weiteren Optimierung, die zurzeit vollzogen wird. Folglich fehlt die seriennahe Gruppe-A-Version auf dem Nürburgring. Den bulligeren M3 im blau-weißen Ornat einer Versicherung stehen ihm nun ein paar PS mehr zur Verfügung. Das Resultat: der dreizehnte Startplatz. Darüber freuen sich sein Mitfahrer Jonathan Cecotto mit Vater Johnny Cecotto – und auch er startet mit einem weiteren BMW M3 des Typs E30 als Teamgefährte des Niederländers Marc Seesing. Ein 25 Wagen umfassendes Feld wird am Rennsonntag um 12.30 Uhr auf die 40-Minuten-Distanz gehen.

Wer nicht die Gelegenheit hat, das Geschehen vor Ort auf dem Nürburgring zu verfolgen, kann dies in der Livestream-Übertragung tun.

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins