Auch die aktuelle Ausgabe #002 von rennsport revue | legenden leben. enthält ein hochwertiges, doppelseitig bedrucktes Poster im Premium-Format DIN A2. Es ist in der Mitte des Magazins eingeheftet und kann mit geringem Aufwand herausgetrennt werden. Dank des erstklassigen Bilderdruck-Papiers kommt es unbeschädigt an jede Wand – ein echter Mehrwert. Carsten Krome erzählt die Geschichte hinter einem Postermotiv, das die Tourenwagen-Legende Klaus Ludwig abbildet.

Mit 38 Einzelsiegen und drei gewonnenen Meisterschaften ist er der König der DTM: Klaus Ludwig, geboren am 5. Oktober 1949 in Bonn. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker ist mit drei Siegen bei den 24 Stunden von Le Mans, allesamt auf Porsche, einer der profiliertesten Rennfahrer seiner Zeit. Eigentlich hatte der Rheinländer, der unweit des Nürburgrings auf der Kalenborner Höhe lebt, nach dem ADAC-Zurich-24-Stunden-Rennen auf dem Eifelkurs 2012 verkündet, an keiner offiziellen Rennveranstaltung mehr teilnehmen zu wollen. Der unverändert anhaltende Hype der klassischen Renntourenwagen lässt den ältesten Sieger eines DTM-Laufs – mit 50 Jahren am 6. August 2000 auf dem Sachsenring – doch noch einmal rückfällig werden. Seine Liebe zur Marke Mercedes-Benz ist einfach stärker als jeder Rückzugsgedanke.

Am 8. September 2017 kehrte der zu diesem Zeitpunkt 67-Jährige ins Cockpit eines Klasse-1-Mercedes zurück. Der Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt sein können: Am zweiten September-Wochenende waren die klassischen Renntourenwagen auf dem Nürburgring im Rahmenprogramm der DTM zu Gast – Ludwigs Einsatz kam so eine exponierte Bedeutung zu, auf dem Eifelkurs feierte er als Mercedes-Werksfahrer Triumphe. So lieferte er sich am 18. Juni 1992 ein dramatisches Duell mit dem BMW-Werkspiloten Johnny Cecotto auf der Nürburgring-Nordschleife. Der Schlagabtausch der beiden Speerspitzen der deutschen Hersteller ging in die Geschichte ein, Ludwig gewann beide Rennen und später auch die Meisterschaft in seinem vierten Einsatzjahr mit dem Mercedes-Benz 190E, der anfangs, im ersten Entwicklungsstadium, mit seinen 2,3 Litern Hubraum noch eine relativ zivile Gruppe-A-Version gewesen war. 1993, im insgesamt achten und vorletzten Einsatzjahr dieser Baureihe, erlebte der Vierzylinder-Vierventiler mit Einführung der kontrovers diskutierten Klasse 1 bei gleichzeitigem Marktstart der C-Klasse von Mercedes-Benz eine letzte Evolution.

Haustuner AMG baute sechs Fahrgestelle nach dem neuen Regelwerk um, beziehungsweise komplett neu auf. Flach geduckt, mit abgesenktem Schwerpunkt und aufgesetzten Kotflügel-Verbreiterungen kamen die 190er der Klasse 1 nun daher. Im Titelkampf mit Neueinsteiger Alfa Romeo, angeführt vom italienischen Star Nicola Larini, hatten sie jedoch das Nachsehen. Dennoch inspirierte die finale Ausbaustufe des 190E 2.5-16 diverse Rennstallbesitzer im In- und Ausland, so auch den Dänen Gert M. Rasmussen, der sich mit Unterstützung des Mineralöl-Konzerns BP am Special Saloon Nordic Cup beteiligte und auf Vermittlung des Journalisten Carsten Krome, dem Gründer und Inhaber der Medienmarke rennsport revue | legenden leben., ab dem Flugplatzrennen Siegerland 1994 auch an der deutschen Spezial Tourenwagen Trophy teilnahm. Bei seinem Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo handelte es sich zunächst um ein vier Jahre altes DTM-Originalchassis, das der schwedische Malermeister Per Stureson im MS-Jet-Team von Jochen Mass und Günter Schons pilotiert hatte.

In die technische Betreuung waren auch die Deutschen Lothar Mich sowie Toni Plechatsch involviert. 1995 entstand im Team von Gert M. Rasmussen, dessen Leitung der dänische Volksschullehrer Peter Ib Nielsen übernahm, aus einem zweiten DTM-Originalchassis aus den 1991er-Beständen des Debis-Zakspeed-Teams ein zweiter Renn-Mercedes, diesmal in Anlehnung an die Klasse 1. Der Däne Henrik Larsen, zu Zeiten der Formel Opel Lotus Euroserie unter Dan Partel einer der Sparringspartner Mika Hakkinens, führte nun die Mannschaft bis zu einem Arbeitsunfall an. Später ersetzte ihn Peter Ib Nielsens Sohn bis zum plötzlichen Herztod des Vaters, parallel steuerte Landsmann Kurt Thiim eine 1993 von Ellen Lohr in den silbernen „Berlin 2000“-Farben gehaltene DTM-C-Klasse in der Spezial Tourenwagen Trophy. 2002 gab dieses nun in Weiß umlackierte Exemplar seinen Einstand in der BFGoodrich-Langstrecken-Meisterschaft auf der Nürburgring-Nordschleife. Schließlich erwarb Jobst Heuer aus Hamm, ein Sammler und Kenner der Porsche-Materie, das Ex-Lohr-Auto. Der Duderstädter Bergrenn-Spezialist Markus Wüstefeld übernahm den Klasse-1-Umbau, mit dem Henrik Larsen von 1995 bis 97 in der Spezial Tourenwagen Trophy die Porsche-Fraktion in die Verzweiflung getrieben hatte.

Wüstefeld, in seinen Vierzigern und von Beruf selbstständiger Kraftfahrzeug-Mechaniker, verfeinerte die zuletzt in Gelb lackierte Konversion. Die Farbgebung lehnte er an Roland Aschs 1993er Klasse-1-Version an, die mit den Sponsoren Tabac Original und Sonax Autopflege sowie mit blauen Außenspiegel-Gehäusen in Erscheinung getreten war. Mit einem Motorstand, der die zuletzt realisierten 370 PS der Werkswagen nicht bis in den allerletzten Winkel ausreizt, trat Markus Wüstefeld bevorzugt bei Bergrennen an. Dennoch vernahm auch der heute 46-Jährige den Ruf der klassischen Renntourenwagen und mischte zum Beispiel 2017 auf dem Norisring im Rahmenprogramm der DTM mit – zunächst noch als Solist. Am Nürburgring bat er acht Wochen später Klaus Ludwig ins Cockpit – wohlwissend, dass ihm 350 statt der zuletzt üblichen 370 PS zu Verfügung stehen würden. „Wir nähern uns erst einmal an“, beschrieb Wüstefeld die Strategie, „weitere gemeinsame Rennen sind ja nicht ausgeschlossen.“

Auf dem Nürburgring hatte Klaus Ludwig mit kaum mehr als 30 Kilometern Anreise ein Heimspiel, die Fans der alten und der heutigen DTM fieberten dem Eintritt des Superstars in die Szene entgegen. Wozu ein Vierzylinder-Tourenwagen aus den frühen neunziger Jahren imstande ist, zeigte auf dem Norisring ein anderer DTM-Held: Altfrid Heger, der acht Jahre jünger als Klaus Ludwig ist und in Nürnberg auf dem zweiten Gesamtrang ins Ziel kam. Dabei steuerte der Essener einen in etwa gleich starken Vierzylinder-BMW M3 E30 Sport Evolution des Jahrgangs 1991. Ludwigs Klasse kam ihm insbesondere bei Regen zugute, und als passionierter Jäger mit einem Wohnsitz in der Eifel wusste er: In diesem Landstrich ist es häufiger nass als andernorts.

Dass er mit solchen Verhältnissen bestens zurechtkommt, stellte er 1994 beim Eifelrennen auf dem Nürburgring unter Beweis. Mit der seinerzeit neuen C-Klasse von Mercedes-Benz siegte er bei strömendem Regen – der Grundstein zum dritten Titelgewinn in der ersten Tourenwagen-Bundesliga. Eine Sensation lag im Bereich des Möglichen, denn: Die vier bisher favorisierten Klasse-1-Piloten im Feld mussten aus den unterschiedlichsten Gründen taktieren. Die einen wollten ohne einen technischen Zwischenfall über die 40-Minuten-Renndistanz kommen, den anderen ging es um eine Meisterschaft. Die Saison 2017 trat am 8. September 2017 auf dem Nürburgring in eine entscheidende Phase ein: Es war bereits das fünfte von sechs Meetings der klassischen Renntourenwagen …

Epilog. Das Regenregen auf dem Nürburgring konnten Klaus Ludwig und Markus Wüstefeld damals nicht beenden. Unmittelbar nach dem Pflichtboxenstopp und dem Fahrerwechsel sah sich Fahrzeugbesitzer Wüstefeld unverschuldet in eine Kollision verwickelt – aus der Traum. Das Foto, das nun als Poster-Motiv noch einmal zu Ehren kommt, ist während der ersten Rennhälfte entstanden.

Die Daten zum Bild:

Kamera: Nikon df

Objektiv: Nikon f2.8/300 mm

Fotograf: Carsten Krome

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

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