Als Klaus Ludwig mit den beiden US-Amerikanern Don und Bill Whittington am 10. Juni 1979 die 24 Stunden von Le Mans im damals neuen Kremer-Porsche 935 K3 mit sieben Runden Vorsprung auf die Zweitplatzierten gewann, war das ein Fall für die Geschichtsbücher. Denn noch nie zuvor hatte sich ein Spezial-Produktionswagen, noch dazu aus einer kleinen Manufaktur ohne unmittelbare Unterstützung eines Automobil-Herstellers, gegen die reinrassigen, faktisch überlegenen Prototypen durchsetzen können. Für die Produzenten des „Wunderautos“, die Kölner Gebrüder Erwin und Manfred Kremer, erwies sich dieser Triumph als bahnbrechend. Sie legten nicht nur eine Kleinserie ihrer Kreation auf, die sie in alle Welt vertrieben. Vielmehr schafften sie es auch, ihre Sonderstellung über das Zeitalter der Gruppe C hinaus zu erhalten. Auch vier Jahrzehnte nach dem Überraschungssieg beim Langstrecken-Klassiker an der Sarthe ist der Nimbus des K3 ungebrochen. Die Konsequenz: eine Hommage an das Erfolgsmodell aus dem Kölner Norden. Nicht nur die Optik des neuen Kremer-997 K3R lehnt sich unverkennbar an das Original an, sondern auch das Antriebskonzept. Ein Sechszylinder-Boxer mit doppelter Abgas-Turboaufladung und mindestens 480 PS entspricht in etwa den damaligen Gegebenheiten. Auf Wunsch können PS-Zahlen wie einst im Juni 1979 realisiert werden – einschließlich der VTG-Ladertechnologie – „Variable Turbinen Geometrie: Die Laderschaufeln sind variabel ausgelegt, um je nach Betriebszustand optimale Leistung abrufen zu können – und anderen technischen Features eines zeitgemäßen Hochleistungs-Sportwagens. Am Bilster Berg | Driving Business erfolgt am 19. Juni 2020 – dem traditionellen Zeitpunkt der 24 Stunden von Le Mans – die offizielle Vorstellung des neuen Statement Cars.

Die Schlagzeilen:

Exklusive Sonderserie in Vorbereitung: Der Kremer-997 K3R wird entweder als ein schlüsselfertiges Komplettfahrzeug oder als Umbau eines angelieferten Serien-Porsche 911 (997) turbo ab MJ 2006 verfügbar sein.

Linienführung und Antriebskonzept wie einst in Juni 1979: Von der Außenhaut bis hin zum Doppelturbo-Aggregat mit mindestens 480 PS greift der Kremer-997 K3R die Anatomie des „Wunderautos“ von Le Mans auf.

Nach dem erfolgreichen Auftritt in der Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring 2016/17: Das Retro-Konzept auf Grundlage der Neunelfer-Generation 997 ist immer weiter verfeinert und weiterentwickelt worden.

Köln-Ossendorf. Vier Jahrzehnte nach dem wichtigsten rennsportlichen Erfolg in der Geschichte des Unternehmens legt Kremer Racing eine Hommage an das „Wunderauto“, den legendären Kremer-Porsche 935 K3, in Kleinserie auf. Wie bereits beim Kremer-Porsche 997 KR, der am 2. April 2016 seinen Einstand als Rennsport-Ausführung mit einem Saugmotor gab, basiert der Kremer-997 K3R auf der Neunelfer-Generation 997 von Porsche. Anders als bisher macht nun jedoch ein Doppellader-Triebwerk das Fahrerlebnis in der Tradition der 24 Stunden von Le Mans vollkommen. Denn auch das 1979 siegreiche Original besaß zwei Abgas-Turbolader, die dem Sechszylinder-Boxer im Heck des Kremer-K3 zu Höchstleistung verhalfen. „Wir sind in den Folgejahren immer wieder auf die authentischere Doppelturbo-Lösung angesprochen worden“, berichtet Unternehmensinhaber Eberhard Baunach. Er selbst war es, der im Oktober 2014 die Initiative zum Bau eines ersten Retro-Derivats mit der Linienführung des Siegerwagens der 24 Stunden von Le Mans 1979 startete. Freilich diente zunächst ein Porsche 911 (997) GT3 Cup aus dem Modelljahr 2007 als Grundlage. Während der Bensberger Designer Ekkehard Zimmermann ursprünglich die Formen der Rennsport-Legende ausarbeitete, lag es nun an seinem Sohn Holger Zimmermann, den Brückenschlag von der Vergangenheit in die Gegenwart zu vollziehen. Anderthalb Jahre nahm der Entwicklungsprozess einschließlich winterlicher Testfahrten im Februar 2016 auf dem Hockenheimring in Anspruch.

Nach der vielbeachteten Rennpremiere am ersten Wochenende im April 2016 anlässlich der 62. ADAC-Westfalenfahrt auf der Nürburgring-Nordschleife entstand ein zweites, annähernd baugleiches Chassis mit einer Straßenzulassung – auch das verfügte über einen 450 PS leistenden Sechszylinder-Saugboxer aus dem Porsche 911 (997) GT3 Cup. Das schneeweiße Coupé nahm auch an Motorsport-Events teil, so zum Beispiel am 50. Osnabrücker ADAC-Bergrennnen am ersten Wochenende in August 2017 – anderthalb Jahre nach der Einsatzpremiere des Schwesterfahrzeugs. Aerodynamische Finessen und die Lichtanlage machten den Unterschied aus, so erforderten TÜV-Auflagen ein immer weiter verfeinertes Zusatzscheinwerfer-System zur Ausleuchtung nächtlicher Fahrwege. 2019 kam es zu einer Evolution in Gestalt so genannter Bubble-Lamps, die in formschönen Einsätzen in der Frontverkleidung angeordnet sind. All diese gewonnenen Erkenntnisse flossen schließlich in die ultimative Doppellader-Version ein. Insbesondere im Heckbereich waren umfassende Änderungen vonnöten, die nochmals die ganze Expertise sowohl von Kremer Racing als auch auf Seiten der eingebundenen Projektpartner erforderte. Inzwischen erhält der Kremer-997 K3R seinen letzten Schliff, die offizielle Vorstellung ist am Freitag, dem 19. Juni 2020, auf dem Bilster Berg | Driving Business vorgesehen – zum traditionellen Zeitpunkt der 24 Stunden von Le Mans. Das Statement Car wird nicht nur in einer exklusiven Sonderserie verfügbar sein. Umrüstungen angelieferter Porsche 911 turbo der Generation 997 ab dem Modelljahr 2006 sollen ebenfalls angeboten werden – Allradantrieb und variabler VTG-Turbinen-Geometrie inklusive. 480 PS aus 3.600 ccm Hubraum stehen serienmäßig zur Verfügung, aber auch jedes Ultra-High-Performance-Konzept kann auf Wunsch realisiert werden.

„Für uns hat sich der Kreis geschlossen“, fasst Eberhard Baunach zusammen. „Der Kremer-997 K3R stellt die perfekte Symbiose aus dem Erbe unseres Kremer-Porsche 935 K3 und all den technologischen Segnungen der Gegenwart her. Im Gegensatz zur Urzeit unterstützen den Fahrer neben dem Allradantrieb auch ABS und Traktionskontrolle – das alles macht es leicht, das Flair einer sagenhaften Epoche des Rennsportwagenbaus zu genießen, ohne übersinnliche Fähigkeiten bemühen zu müssen.“ Der Diplom-Kaufmann aus Köln weiß, wovon er da spricht: Er selbst besitzt und beherrscht einen Kremer-Porsche 935 K3, der nicht nur zu seiner Zeit als die Herausforderung schlechthin gegolten hat. „Im Gegensatz dazu wird unser neuer Kremer-997 K3R fast alltagstauglich sein, dessen bin ich mir sicher!“

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

Advanced Nikon Photography: Carsten Krome Netzwerkeins