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2007er Porsche 911 Carrera 4S (Typ 997.1), Sportumbau im Look des GT3 RS

„Es ist nicht einfach, grün zu sein.“ Das meinte einst Kermit, der Frosch. Aber trifft das auch auf einen Porsche zu? Michl Ruhland glaubt nicht daran, ganz im Gegenteil. Der Oberpfälzer lebt seine kreative Ader an einer Hommage an den GT3 RS der Generation 997 aus, den Porsche am 29. Mai 2006 der Weltöffentlichkeit vorstellte – in einem Grünton ohne Namen. Fachleute und solche, die sich dafür hielten, schwadronierten um die Wette, ob vielleicht das historisch bedeutende „Vipergrün“ des Carrera RS 2.7 neu aufgelegt worden sein könnte. Nein, das war es nicht, wie man heute weiß. Das Grün heißt einfach Grün oder auch „2 D 8“, wie Michl als Spezialist für hochwertige (Sport-)Fahrzeuge in einem Lackierbetrieb herausgefunden hat. Er hat einen kleinen Spleen für den schönen, intensiven Farbton entwickelt – und für den lustigen Frosch, den Jim Henson im Jahr 1955 auf die TV-Bildschirme brachte. Und der sein Publikum einmal geistreich fragte: „Wusstest Du eigentlich, dass eine Weißwurst auch nicht mehr weiß als eine Bratwurst?“ In Nürnberg, der Hochburg der Rostbratwurst, erhält dieser Satz eine ganze andere Tragweite. Und schon sind wir in eine Geschichte eingestiegen, die in der Frankenmetropole vor historischer Kulisse spielt.

Ist es wirklich nicht einfach, grün zu sein? Michl Ruhland entschied sich aus freien Stücken für den Original-Farbton des GT3 RS – und schliff dafür zwei Tage lang den Altlack herunter.

Monumental, Ehrfurcht gebietend, … geschichtsträchtig: Die alte Steintribüne ist das zentrale Bauwerk im Herzen des Norisrings, der die Motorsportwelt einmal im Jahr nach Nürnberg pilgern lässt. Die mittelfränkische Großstadt gilt als das Monte Carlo der deutschen PS-Fans, die Atmosphäre dort ist einzigartig. Selbst an rennfreien Tagen wird der Pulsschlag der DTM und ihrer Rahmen-Wettbewerbe vom Carrera Cup bis zur P9 Challenge spürbar. Dazu muss man sich eigentlich nur auf einen der vielen Zuschauerplätze setzen, die zu jeder Zeit frei zugänglich sind: so geschehen an einem Sonntag im August. Ein leichter, warmer Sommerwind lässt eine Ahnung von aufbrandenden Rennmotoren, vom Raunen des Publikums, von der sich überschlagenden Stimme des Streckenspechers aufkommen. Dabei verlustiert sich gegenüber bloß ein einsamer Skateboarder mit nacktem Oberkörper, von vorbei schlendernden Spaziergängern beäugt. Von lauten Rennwagen jedenfalls keine Spur heute! Dass genau an dieser Stelle ein paar Wochen später ein überdimensionales Transparent mit Konterfei und der Aufschrift „Mega Marco“ das altehrwürdige Gestein verhüllen wird, ist kaum vorstellbar bei all der Stille. Augenblicke später wird es mit der Sonntagsruhe vorbei sein: Da bewegt sich ein grüner Punkt auf das Max-Morlock-Stadion zu, dem die (Eis-)Arena Nürnberger Versicherung gegenübersteht. Der Punkt wird größer, zieht einen kräftigen (Wohl-)Klang hinter sich her: ein Porsche, ein Neunelfer, eine Sportausführung mit auffälligem Heckleitwerk und goldenen Kreuzspeichen-Felgen. Zufall ist das alles nicht, die Verabredung steht immerhin erst seit 36 Stunden. 116 Kilometer ist der Mann hinter dem Volant aus seiner Heimatgemeinde Rötz in der Oberpfalz bis hierher gefahren. Am frühen Freitagabend ist einmal kurz telefoniert worden, schon startet die (Foto-)Aktion: Spontan ist’s immer noch am besten ( … to be continued … )

Verantwortlich für Bild und Text: netzwerkeins GmbH, Carsten Krome

Weiterlesen? Sehr gerne – schon bald in werk1® nine // eleven boxerstories, Druckausgabe 01 // 2022.