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Gruppe C Photography, Tim Upietz

Sechs klassische Rennfahrzeuge und 15 Teammitglieder vor Ort, zwei Sattelzug-Auflieger, dazu ein Bus mit Anhänger: Das sind die Eckdaten des Großeinsatzes von Mücke Motorsport Classic beim 49. AvD Oldtimer-Grand-Prix (12. – 14. August 2022) auf dem Nürburgring. “Für uns eins der Highlights des ganzen Jahres”, räumt Stefan Mücke ein. Einmal mehr wird sich der Geschäftsführer des Berliner Classic-Kompetenzzentrums auch selbst hinter dem Rennlenkrad die Ehre geben.

Die Schlagzeilen:

Ford-Doppel im DTM Classic Cup: Mustang GT 5.0 und Sierra Cosworth RS 500 stehen bereit für das Rennen fahrende Geschichtsbuch der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

Faszinierende, komplexe Technologie: Opel Calibra V6 4×4 absolviert Testfahrten, Ford Zakspeed Capri turbo nimmt am Sonderlauf der Deutschen Automobil-Rennsportmeisterschaft teil.

Enorme Bandbreite: “Hundeknochen”-Ford Escort RS 1.800 BDA, Zakspeed-Capri, Mustang GT 5.0, Sierra Cosworth RS 500 und Shelby Cobra kennzeichnen großen Multimarken-Auftritt.

“Endlich einmal sind alle vereint”, sieht Stefan Mücke dem 49. AvD Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring mit Vorfreude entgegen. Dabei steht der Sieger des Revivals der Deutschen Rennsportmeisterschaft im Rahmen des DTM Classic Cups im italienischen Imola vor einigen Wochen vor einer besonderen Herausforderung: Wenn sechs hochkarätige, sporthistorisch wertvolle Rennfahrzeuge verschiedenster Marken in die Hocheifel transportiert werden und dort betreut werden, sind alle verfügbaren Kräfte gefordert. Doch die Aussicht, das gesamte Portfolio eines klassischen Rennsport-Betriebes zum Einsatz zu bringen, ist mehr als eine schlichte Rechtfertigung für den hohen Personalaufwand mit 15 Teammitgliedern vor Ort. Schon jetzt steht fest, dass das technisch aufwändigste und anspruchsvollste Fahrzeug am Donnerstag kommender Woche allein zu Testfahrten ausrücken wird: Nach dem DTM-Wochenende auf dem Norisring fiel der Beschluss, dem neu in den Bestand genommenen Opel Calibra V6 4×4 Klasse 1 einen längeren Reifeprozess zugute kommen zu lassen und auf Rennstarts vorerst zu verzichten. In diesem Sinne wird Keke Rosbergs Einsatzwagen des Jahrgangs 1995 während des Oldtimer-Grand-Prix an allen drei Veranstaltungstagen den Fans zumindest im Fahrerlager präsentiert.

Für den konzeptionell vom Calibra nicht allzu weit entfernten Ford Zakspeed Capri turbo des Gruppe-5-Jahrgangs 1980 gilt das nicht. Stefan Mücke und Vater Peter werden den 2014 nach elfjähriger Restaurierung reaktivierten Gitterrohrrahmen-Boliden im Sonderlauf der Deutschen Automobil-Rennsportmeisterschaft an den Start bringen. Das Original-Chassis, mit dem der Roisdorfer Klaus Ludwig den DRM-Titel 1981 einfuhr, war zuletzt in Imola vor sechs Wochen eine Klasse für sich. Dasselbe trifft auf den zehn Jahre jüngeren Ford Sierra RS 500 Cosworth Gruppe A zu, mit dem Ronny Scheer beim Saisonauftakt des DTM Classic Cups 2022 auf dem Lausitzring den zweiten Durchgang dominierte. Der Dresdener will mit dem rechtsgelenkten, bärenstarken Vierzylinder-Turbo auch auf dem Nürburgring ganz vorne mitmischen. Ihm wird der Kelberger Markenkollege Guido Momm zur Seite gestellt, der mit seinem Ford Mustang GT 5.0 ein DTM-Original pilotiert. Einst steuerte der Berliner Gerd Ruch das bullige US-Coupé, das nach ebenfalls mehrjähriger Restaurierung im Oktober des vergangenen Jahres wieder ins Renngeschehen zurückkehrte. Noch ist insbesondere im Bereich des Antriebsstrangs und der Hinterachse weitere Entwicklungsarbeit zu leisten, die voraussichtlich erst zur kommenden Saison abgeschlossen sein wird. Guido Momm hat inzwischen jedoch viel Erfahrung mit dem von 1989 bis 94 in der DTM eingesetzten Fünfliter-Boliden gesammelt, er geht mit der nötigen Umsicht zu Werke.

Auch Ulrich Klösser begegnet seinem historischen Ford-Tourenwagen mit Respekt. Ein Indiz dafür ist das makellose Lackbild des bildschönen, steingrauen “Hundeknochen”-Ford Escort RS 1.800 BDA. Freilich ist der Vierzylinder-Vierventilmotor des aus England re-importierten Renners mit annähernd 300 PS schlagkräftig genug, um es auch mit vermeintlich stärkeren Sportwagen aufzunehmen. Das bewies Klösser nicht zuletzt beim DTM Classic Cup in Imola, als er sich glänzend in Szene setzte und die Frage aufwarf, an welches historische Design sich die Farbgebung des klassischen Hecktrieblers eigentlich anlehnt. Des Rätsels Lösung: Der englische Fahrzeugbauer Ralph Broad – Gründer des in den 1960er- und 1970er-Jahren aktiven Unternehmens Broadspeed, stand Pate. Währenddessen fährt Malte Müller-Wrede mit seiner Shelby Cobra mehrgleisig. Er tritt beim 49. AvD Oldtimer-Grand-Prix in mehreren Formaten an. “Wir sind in voller Bandbreite vertreten”, fasst Stefan Mücke zusammen und fügt hinzu: “Der Nürburgring hat sich erst vor wenigen Tagen als ein gutes Pflaster für uns erwiesen.”

Hintergrund: Kundenpilot Thilo Goos erlebte bei den Gleichmäßigkeitsprüfungen (GLP) des Tourenwagen Revivals auf dem Eifelkurs zuletzt ein erfolgreiches Wochenende. Mit dem 2008 erstmals eingesetzten Aston Martin Vantage V8 N24 konnte der Berliner zwei Podiumsplätze herausfahren und gute Rundenzeiten erzielen. Stefan Mücke freut sich über die Entwicklung des Neuzugangs in seinem Team: “Thilo ist ein typisches Beispiel für einen Motorsportfreund, der mit Fahrertrainings begonnen und anschließend immer mehr Fuß gefasst hat – von ihm werden wir noch so einiges zu hören zu sehen bekommen, dessen bin ich mir sicher!” Nochmals zurück zum Oldtimer-Grand-Prix: Das Veranstaltungsprogramm startet offiziell am Freitag, 12. August 2022 – wir werden Sie selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Verantwortlich für den Inhalt: netzwerkeins GmbH, Carsten Krome

Fotos: Gruppe C Photography, Tim Upietz