1992-Deutsche-Tourenwagen-Meisterschaft-Großer-Preis-der-Tourenwagen-Nürburgring-Kurt-Thiim-Zakspeed-Mercedes-Benz-190E-2.5-16

© Carsten Krome Netzwerkeins

Mit seinem Doppelsieg am 5. April 1992 beim DTM-Saisonauftakt im belgischen Zolder brachte sich der Däne Kurt Thiim (33), der DTM-Titelgewinner 1986, nach wechselvollen Jahren wieder nachdrücklich in Erinnerung. Im Vorjahr war er im rot-weißen Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo II der AMG Motorenbau GmbH auf den achten Tabellenplatz gekommen – mit einem Sieg auf dem Norisring. Nach dem Wechsel ins traditionsreiche Zakspeed-Team und in die grün-goldenen Sponsorfarben der Issumer Privatbrauerei Diebels wurden die Karten neu gemischt. Zwar landete “Dansky” im Laufe des DTM-Jahres 1992 keinen weiteren Triumph, mit dem zweiten Meisterschaftsrang hinter Titelgewinner und Werksfahrer-Kollege Klaus Ludwig war es dennoch eine gute DTM-Spielzeit für den Skandinavier mit Zweitwohnsitz im Eifeldorf Irrel. Daran erinnert nun sein Landsmann Kasper Aaskov mit einem neu aufgebauten Evo II. Bei tst sport + technik in Hann.Münden entsteht zurzeit das originalgetreue Replikat. Der Zieltermin: so dänisch wie die Identität des viertürigen Renntourenwagens. Bis zum Stadtrennen in der nordeuropäischen Metropole Kopenhagen im August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Schlagzeilen:

Grün-goldene Herrlichkeit: durch tst sport + technik neu aufgebauter Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo II in den Originalfarben des Diebels-Zakspeed-Teams 1992

Fast eine rein nordische Angelegenheit: dänischer Originalfahrer, dänischer Auftraggeber, dänischer Zieltermin – Umsetzung im Bundesland Niedersachsen

Im Sinne bestmöglicher Standfestigkeit: 345 PS Motorleistung angepeilt – keine Letztstand-Eskalation wie im abschließenden DTM-Jahrgang vor der Klasse 1

Hann.Münden. Noch befindet sich die lackierte und zumindest teilweise beschriftete Karosserie des neu aufgebauten Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo II in einem frühen Stadium ihrer Komplettierung. Während die aus Stahlrohren zusammengesetzte Sicherheitszelle auf dem Konstruktionsstand von 1992 bereits fest verschweißt und wie der gesamte Fahrgastraum im dunklen “Diebels”-Grün lackiert worden ist, befinden sich etliche Komponenten noch in der Zuführung. Für Patrick “Patti” Schellberg, gemeinsam mit Unternehmenschef Thorsten Stadler für das Großprojekt verantwortlich, ist dieser Zustand nicht ungewöhnlich. “Wir haben eine geeignete Serien-Karosserie ausgesucht, entlackt und für den Renneinsatz vorbereitet”, berichtet Schellberg. “So stellen wir sicher, uns während der sicherlich 1.000 Arbeitsstunden umfassenden Karosseriebau-Phase parallel auch um die übrigen Gewerke kümmern zu können. Aufgrund der veränderten Liefersituation am Markt muss man die allgemeine Planung so früh wie möglich angehen, um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Hinzu kommt, dass wir von den Achsen über den Kabelbaum bis hin zur Instrumentierung vieles in hauseigener Regie fertigen – und den Motor natürlich auch.”

Fest steht, dass der Vierzylinder-Vierventilmotor zwar dem Originalfahrzeug entsprechen soll, nicht aber die Leistungs-Eskalation während der Endphase der DTM-Saison 1992 wiederholen wird. Damals waren 375 PS und mehr bei den Spitzenteams an der Tagesordnung, leider aber auch zunehmend kürzer werdende Laufzeiten und entsprechend hohe Revisionsaufwände. Dem will Thorsten Stadler durch einen Verzicht auf die technisch grundsätzlich machbaren, aber eben auch teuren 30 PS bis zur Zerreißgrenze begegnen. “Auch mit 345 PS ist unser Kunde gut bedient”, erklärt der erfahrene Technik-Spezialist, “bei längeren Laufzeiten hat auch er länger Freude an seinem neuen Einsatzgerät.” Beim angesprochenen Klienten handelt es sich um den dänischen Automobil-Kaufmann Kasper Aaskov, der sich zurzeit mit Harald Grohs einen BMW M3 teilt. Bei der Konzeption seines neuen Projektes spielte ein Landsmann eine wichtige Rolle: Kurt Thiim, DTM-Vizemeister des Jahres 1992 mit zwei Auftaktsiegen beim “Bergischen Löwen” am 5. April jenes Jahres in Zolder, Belgien. Thiim, damals 33-jährig, kam neu in den Niederzissener Zakspeed-Rennstall und startete erstmals in den 1990 etablierten Sponsorfarben der Privatbrauerei Diebels aus dem niederrheinischen Issum. Bis zum Stadtrennen in Kopenhagen im August soll der Viertürer auf seinen leichtgewichtigen Irmler-Racing-Felgen stehen, die zurzeit speziell gefertigt werden. Die Reifenwahl deckt sich mit dem 1992 geltenden Standard: Michelin, so wie damals.

Auf dem Antriebssektor hingegen wird es eine Abweichung geben: Statt des englischen X-Trac-Sechsgang-Getriebes wird eine sequenzielle Schaltung zum Einsatz kommen und den einen oder anderen Performance- und Handlings-Vorteil mit sich bringen. Drei erfahrene Techniker verfolgen den Aufbau inzwischen weiter, bis es in einigen Wochen schließlich heißen wird: A tribute to “Dansky” oder auch “Danish Dynamite”. Wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten, versprochen!

Verantwortlich für den Inhalt: netzwerkeins GmbH, Carsten Krome

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DTM 1992: Meisterschafts-Endstand

1. Klaus Ludwig, AMG-Mercedes, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 228 Punkte
2. Kurt Thiim, Diebels Zakspeed Team, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 192 Punkte
3. Bernd Schneider, AMG-Mercedes, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 191 Punkte
4. Johnny Cecotto, FINA Racing, BMW M3 Sport Evolution, 185 Punkte
5. Keke Rosberg, AMG-Mercedes, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 147 Punkte
6. Roland Asch, Diebels Zakspeed Team, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 143 Punkte
7. Roberto Ravaglia, BMW M Team Schnitzer, BMW M3 Sport Evolution, 134 Punkte
8. Joachim Winkelhock, BMW M Team Schnitzer, BMW M3 Sport Evolution, 110 Punkte
9. Steve Soper, BMW M Team Bigazzi, BMW M3 Sport Evolution, 109 Punkte
10. Jörg van Ommen, MS Racing, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 106 Punkte
11. Ellen Lohr, AMG-Mercedes, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 105 Punkte
12. Emanuele Pirro, BMW M Team Bigazzi, BMW M3 Sport Evolution, 85 Punkte
13. Jacques Laffite, MS Racing, Mercedes 190E 2.5-16 Evo2, 43 Punkte
14. Altfrid Heger, BMW M Team Schnitzer, BMW M3 Sport Evolution, 38 Punkte
15. Frank Biela, AZR Audi V8 quattro, 35 Punkte
16. Franz Engstler, Valier Motorsport, BMW M3 Sport Evolution, 26 Punkte
17. Kris Nissen, Unitron Racing, BMW M3 Sport Evolution, 24 Punkte
18. Hans-Joachim Stuck, SMS Motorsport, Audi V8 quattro, 21 Punkte
19. Frank Jelinski, AZR Audi V8 quattro, 12 Punkte
20. Harald Becker, Auto Maass BMW, BMW M3 Sport Evolution, 3 Punkte