26. Modena Cento Ore, Riccione/Italien, 06.-09.10.2026: zweiter großer internationaler Erfolg für Florian Feustel/Katrin Becker auf Raceline-Porsche 911 2.8 RSR
Spiel, Satz, Gesamtsieg: Gemischtes Doppel hat im Leichtbau-Neunelfer 100 Gegner im Griff.
Neun von zehn Wertungsprüfungen gewonnen, dazu ein Klassen-, Gruppen- und Gesamtsieg: Eindrucksvoller hätte sich das Erfolgsduo der diesjährigen Tour Auto – wir berichteten – nicht in Szene setzen können. Der Rennsportwagen-Restaurateur Florian Feustel (Schweiz), auch am Volant seiner hauseigenen Porsche ein Ass, und die hessische Profi-Copilotin Katrin Becker setzten bei der Modena Cento Ore im herbstlichen Italien gänzlich neue Maßstäbe. Um den Auftritt der deutschsprachigen Formation mit Sitz im helvetischen Kanton Schaffhausen noch auf die Spitze zu treiben, erhielt auch das vierköpfige Mechanikerteam eine Sonderauszeichnung für den stärksten Einsatz rund um die ehemals beschauliche Oldtimer-Ausfahrt mit 100 Teilnehmern und Zeitwertungen auf drei klangvollen Rennstrecken – Imola, Misano und Mugello.
Letztere waren für Florian Feustel ein besonderer Anreiz, dem Gesamtsieg bei der Tour Auto im Mai 2026 einen Auftritt rund um den Startort Riccione an Italiens Adria folgen zu lassen. “Ich bin zwar schon bei der Le Mans Classic mit dem 917 Coupé gefahren”, gab der Technik-Gelehrte zu Protokoll, “aber noch nie auf einer Rennstrecke in Italien. Das wollte ich jetzt endlich einmal nachholen”.
Wer den Anspruch des Experten für historische Porsche kennt, hat eine Vorstellung von der Ernsthaftigkeit des ausgewählten Einsatzgeräts. Feustel entschied sich für einen 740 Kilogramm leichten 911 RSR mit 2.8 Liter großem Flachschieber-Motor von Manfred Rugen, der bei Arosa Classic Car in den Bergen Graubündens seinen Einstand gab. Damals, 2024, legte der Solist im Superleichtbau-Neunelfer auf Anhieb einen neuen Streckenrekord vor. Seine eigene Bestmarke unterbot der gebürtige Rheinländer um mehr als vier Sekunden.
Bei der Modena Cento Ore brachte Feustels Raceline-Mannschaft zusätzlich zwei Kundenfahrzeuge mit, die vom mitgereisten Mechanikerteam gleichsam begleitet wurden – mit dem Ergebnis, das nach dem Defekt an einer Benzin-Einspritzpumpe ein nächtlicher Ersatzteilexpress in die heimische Werkstatt in Neunkirch organisiert werden musste. Das brachte den vier Technikern eine Auszeichnung anlässlich der großen Siegerehrung nach vier ereignisreichen Rallyetagen ein.
Dort zelebrierten Florian Feustel/Katrin Becker ihren zweiten großen, internationalen Erfolg des Jahres. In neun von zehn Wertungsprüfungen bestimmten sie bei mitunter gemischten Streckenverhältnissen das Klassement. “Das war im Hinblick auf unser Gesamtergebnis ein wichtiger Grundstein”, analysierte Feustel im Ziel. “Auf den drei Rennstrecken waren Gruppe 4-BMW M1 Procar und ein reinrassiger Matra-Prototyp unter den Gegnern, die waren natürlich schwer in den Griff zu bekommen. Wir drehen unseren Zwoachter zwar bis 8.300/min, aber irgendwann ist Schluss!”
Wesentliche Erfolgsfaktoren waren das Reifen- und Getriebemanagement. “Pirelli bietet viele verschiedene Gummimischungen an”, erläuterte Florian Feustel. “Wir haben eigentlich immer ganz gut gelegen mit unserer Wahl, auch wenn es unterwegs hin und wieder mal tricky war.”
Damit endete die Saison 2026 für Raceline, nachdem wie Wahl-Eidgenossen auch bei zwei Anlässen im Zweiliter-Cup des französischen Veranstalters @peterauto am Start waren. “Für uns waren das erst einmal nur Testrennen”, erklärte Florian Feustel. Und er blickte voraus: “Im kommenden Jahr könnten wir am kompletten Zweiliter-Cup für klassische Porsche 911 teilnehmen und die Meisterschaft ins Visier nehmen.” Ob es dazu kommen wird, zeigt sich in der kommenden Saison. Fest steht schon jetzt: Mit den Referenzen von der Tour Auto und der Modena Cento Ore, von Arosa Classic Car ganz zu schweigen, dürften die Perfektionisten aus dem Land Wilhelm Tells in der Tat zu den Top-Favoriten zählen.
Verantwortlich für den Inhalt: netzwerkeins GmbH, Carsten Krome
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