Der 3,977 Kilometer lange Omloop Terlamen-Zolder bei Hasselt in Belgien war am dritten Juli-Wochenende 2025 der Schauplatz des Historic Grand Prix – eine Veranstaltung, die für die TOURENWAGEN LEGENDEN der Schauplatz des dritten Event-Wochenendes der laufenden Saison war. Auf dem Traditionskurs, der vor 41 Jahren die Erfolgsgeschichte der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft einleitete, traten 23 Teilnehmer zu drei Sprintrennen über jeweils 25 Minuten an. Drei ehemalige DTM-Piloten waren mit von der Partie: Volker Strycek (Opel Kadett GSi 16V, DTM 1989), Stefan Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse, DTM 2005) und Marc Hessel (BMW M3 3.2 E36). Alle drei setzten sich auf dem engen, puristischen Traditionskurs in der belgischen Provinz Limburg nachdrücklich in Szene, ebenso verschiedene internationale, zum Teil weit gereiste Gäste. Der Australier Bill Cutler begeisterte mit einem 1987 von den damaligen BMW-Werkspiloten Emanuele Pirro und Roberto Ravaglia gesteuerten M3 E30 Gruppe A, vorbereitet von Ton Vink aus Amsterdam. Der Niederländer Tim Kuijl brillierte als Laufsieger mit einem BMW 320i E46 WTCC, nachdem er im ersten Qualifying mit dem Schwesterfahrzeug, einem BMW 325i E36 Gruppe H seines St. Paul Racing Teams, in 1:44.601 Minuten die Rundenbestzeit markierte. Dem Trend zum Ersatzwagen unterstrichen auch Samuel Verheggen und Michael Uelwer. Beide machten es wie Tim Kuijl und wagten den Umstieg – mit Erfolg. Nichts anbrennen ließen Peter und Stefan Mücke in den ersten beiden Durchgängen. Zwei der drei Gesamtsiege gingen an das Berliner Vater-und-Sohn-Team.

Die Schlagzeilen:

Mücke sticht zu, erstes Kapitel: Teamgründer Peter Mücke siegt mit der 2005 zunächst von DTM-Rekordmeister Bernd Schneider gefahrenen, originalen C-Klasse von Mercedes-Benz in einem zwei Minuten vor dem Fallen der Zielflagge abgebrochenen Rennen Nummer eins am späten Samstagnachmittag. Marc Hessel und Josef Krings (Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo 1) komplettieren das virtuelle Podium.

Mücke sticht zu, zweites Kapitel: Stefan Mücke setzt seine Trainingsbestzeit in 1:43.508 Minuten in einen Sieg im ersten Sonntagsrennen um, Anton Werner (Audi Quattro Gruppe 4/1981) belegt nach Kollision im ersten Durchgang und Aufholjagd den zweiten Gesamtrang mit dem rund 400 PS leistenden Allradler. Josef Krings bleibt nach hartem Einschlag auf der Gegengeraden unverletzt.

Stimmungsvolles Sundowner Race am Sonntagnachmittag: Tim Kuijl sichert sich mit dem BMW 320i E46 WTCC einen souveränen Sieg vor Anton Werner und Thilo Goos (Aston Martin Vantage GT4), Steffan Irmler rückt mit dem neu aufgebauten Opel Kadett Kadett GSi 16V, DTM 1989) an die vierte Gesamtposition vor und belegt hinter Gesamtsieger Tim Kuijl Platz zwei in Klasse 2.

So liefen die beiden Qualifyings:

Mit 0.825 Sekunden Vorsprung auf Peter Mücke (Mercedes-Benz C-Klasse, DTM 2005) setzt der Niederländer Tim Kuijl mit dem bildschön vorbereiteten BMW 325i E36 Gruppe H seines St. Paul Racing Teams als Trainingsschnellster ein erstes Ausrufezeichen. Auf Rang drei folgt mit Thilo Goos (Aston Martin Vantage GT4, MK BWT Mücke Motorsport Classic) ein baldiger Umsteiger in einen weiteren Mercedes-Benz der C-Klasse, das 2006 neu aufgelegte Originalchassis ist bereits fertig vorbereitet. Der Australier Bill Cutler führt sich an neunter Position in der Gesamtwertung und an erster Stelle seiner Klasse 3 eindrucksvoll ein. Zwei Plätze hinter dem BMW-Piloten platziert: der Schwede Christer Simonsen mit jenem originalen Ford Sierra RS 500 Cosworth Gruppe A, den er zusammen mit seinem Vater Kurt Simonsen bereits 1988 in der Tourenwagen-Europameisterschaft gefahren hat. Aufgrund des Vierzylinder-Turbomotors ohne Luftmengenbegrenzung, sprich: Air Restrictor, wird der “Cossie” aus Skandinavien aber nicht in die Klasse 3 für klassische Renntourenwagen der Gruppe A und der Gruppe N bis Jahrgang 1988 einschließlich eingestuft, sondern statt dessen in Klasse 1.

Im zweiten Qualifying bestätigt Stefan Mücke seine Favoritenrolle und setzt sich vor Teamkollege Thilo Goos und Marc Hessel im BMW M3 E36 von Nikolai Sztuparits in Führung. Im Pech: der an 14. Stelle klassierte Audi-Pilot Jürgen Freiburg mit seinem 80 Competition STW, der aufgrund eines Defektes an der Vorderachse vorzeitig die Heimreise nach Nachrodt-Wiblingwerde antreten muss. Auch Mark Trompeter muss den zweiten Trainingsdurchgang auslassen, nachdem sich ein Verbindungsstift im Schaltgestänge seines Mercedes-Benz 190E 2.5-26 selbständig gemacht hat.

So lief das erste Rennen:

Spurstange defekt, Ausrutscher ins Kiesbett nach Start und Ziel, vorzeitiges Rennende: Das ist die Kurzfassung eines (unverschuldeten) Missgeschicks, mit dem ausgerechnet Bill Cutler den Abbruch des ersten Sprintrennens zumindest beeinflusst. Peter Mücke liegt zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 21.199 Sekunden Vorsprung auf Marc Hessel (Sieger in Klasse 2) souverän in Führung und freut sich über den ersten Gesamtsieg, der Schwede Christer Simonsen kommt als Gesamtsiebter auf den überraschenden zweiten Platz in Klasse 1, nachdem Anton Werner und Thilo Goos infolge einer Berührnng zurückgefallen sind. Dr. Sebastian Haas (BMW M3 E30), Bill Cutler und Michael Uelwer (BMW 320i E21 Gruppe 2) belegen in Klasse 3 die ersten drei Positionen, Solist Thomas Stelberg sichert sich mit dem Porsche 911 GT3 Cup (Generation 997.1) den Pokal in Klasse 5.

So lief das zweite Rennen:

Nach 14:41.473 Minuten ist das zweite, ursprünglich auf 25 Minuten angesetzte Sprintrennen vorzeitig beendet. Hintergrund: Ausgangs der “Lucien Bianchi Bocht” kommt der zu diesem Zeitpunkt an vierter Gesamtposition liegende Mercedes-Pilot Josef Krings, offenbar durch ein Missverständnis während des Überrundens, von der Bahn ab und schlägt auf der rechten Fahrbahnseite hart in die Streckenbegrenzung ein. Der Routinier aus Mechernich in der Voreifel bleibt unverletzt, das havarierte Fahrzeug muss geborgen werden – der Rennabbruch ist unvermeidlich. Stefan Mücke wird als Gesamtsieger vor Anton Werner und Marc Hessel (abermals Sieger der Klasse 2 vor Josef Krings und Tim Kuijl) gewertet. Dr. Sebastian Haas, Bill Cutler und der belgische Gastfahrer Gilles Dubois (BMW 325i E30) bestimmen das enge Geschehen in Klasse 3, während Thomas Stelberg den einzigen Porsche am Platz abermals zum Klassenerfolg in der #Cupreunion, sprich: der Klasse 5, steuert.

So lief das dritte Rennen:

Nach ergiebigem Schlagregen am Sonntagmittag bietet der Nachmittag bei Sonnenschein und abtrocknender Strecke einen stimmungsvollen Abschluss, dominiert von Tim Kuijl im BMW 320i E46 WTC, den er dem anfangs genutzten BMW 325i E36 Gruppe H vorzieht. Anton Werner und Thilo Goos belegen die Positionen zwei und drei in der Gesamtwertung. Während Tim Kuijl auch die Klasse 2 gewinnt, sichern sich mit Steffan Irmler (Opel Kadett GSi 16V, DTM 1989) und Marvin Schaid (Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo 1) zwei gute, alte Bekannte die verbleibenden Pokalränge in Klasse 2. In Klasse 3 fährt noch einmal der nicht punktberechtigte Gaststarter Bill Cutler voraus, gefolgt von Dr. Sebastian Haas und dessen Teamgefährten Heinz-F. Pott. Thorsten Stadler zieht als Serienbetreiber ein überaus positives Fazit: “Zolder ist immer eine (Zeit-)Reise wert – hier erinnert vieles noch an die achtziger Jahre und damit an die Ursprünge der Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft und ihrer Nachfolge-Rennserie, der DTM. Zolder liefert Bilder und Emotionen, darum kommen wir hierher – und gerne im kommenden Jahr wieder!”

Verantwortlich für en Inhalt: netzwerkeins GmbH, Carsten Krome

Fotografie: BRfoto/Reiter

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Rennen 1 im PDF-Download:

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Rennen 2 im PDF-Download:

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Rennen 3 im PDF-Download:

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