V8STAR, Saison 2/2002, Racing Weekend 7/10, Salzburgring, Sonntag, 11. August 2002: Für Vorjahressieger Robert Lechner wiederholt sich die Geschichte nicht, statt dessen aber für …
Die Ausgangslage vor dem siebten Rennwochenende der Saison auf dem Salzburgring: Johnny Cecotto, der nach dem insgesamt sechsten Sieg in der V8STAR wieder alleiniger Spitzenreiter ist, rangiert in der Gesamtwertung mit 180 Punkten 13 Zähler vor dem Österreicher Robert Lechner (Zakspeed-Jaguar/167 Punkte) und 15 Punkte vor dem dreifachen Saisonsieger Thomas Mutsch (Bitburg, MIS-Audi/165 Punkte), der an dritter Stelle liegt. Die Situation in der Teamwertung: Zakspeed Racing liegt nach dem Erfolg auf dem Nürburgring mit 636 Punkten in Führung vor 1st Choice Racing (542 Punkte) – die Mannschaft um Kris Nissen präsentiert sich gut in ihrem ersten Jahr als Zweiwagen-Team.
Zurück zu Robert Lechner, dem im Juni 2001 auf dem heimischen Salzburgring ein Husarenstück geglückt ist: Im berühmt-berüchtigten „Schnürlregen“ triumphiert der Formel-3-Pilot auf Anhieb bei seinem ersten Einsatz in der V8STAR. Als Nachfolger des Stammpiloten Klaus Panchyrz tritt Robert Lechner mit dem Team MIS Sport Promotion von Ulrich Mönninghoff anschließend noch bei fünf weiteren V8STAR-Rennwochenenden in der Saison 2001 an. Er bestreitet insgesamt sechs Rennwochenenden 2001 und verbucht zwei Siege.
Das beschert dem 24-jährigen Sohn des legendären Rennfahrerschulen-Besitzers Walter Lechner einen Vertrag im Zakspeed-Rennstall als Teamkollege des sechs Jahre älteren Ex-Formel-1-Piloten Pedro Lamy.
„Ich freue mich sehr, für so ein renommiertes Team antreten zu dürfen“, kommentiert Robert Lechner, der 2002 bei Zakspeed Racing auf seinen österreichischen Landsmann Karl Wendlinger folgt. Nachdem es zwischen ihm und Rennstall-Kollege Marcel Tiemann wiederholt zu Jagdszenen gekommen ist, haben inzwischen beide das Team verlassen. „An der Seite von Pedro Lamy zu starten,“ stellt Robert Lechner fest, „ist für mich eine große Herausforderung”.
Für die V8STAR ist der Auftritt in Salzburg nach dem fünften Rennwochenende auf dem belgischen Traditionskurs von Zolder der zweite Auslandsstart der mit 2.3 Millionen Euro Preisgeld dotierten Serie im Rahmen der BERU Top Ten – für das J.A.G. Racing Team um Jakub Andreas Grajewski erklärtermaßen ein Sprungbrett in die US-amerikanische Indycar-Szene.
Einen Vorgeschmack auf große US-Pläne bietet neben Sascha Bert der Einsatz eines zweiten Jaguar S-Types mit dem Münchner Ex-Formel 1-Piloten und RTL-TV-Kommentator Christian Danner. Das Duo belegt am Ende die Plätze vier und fünf – ein achtbares Resultat, das einmal mehr den hohen sportlichen Stellenwert der V8STAR unterstreicht.
Für Aufsehen sorgt die Pole-Position des einstigen DTM-Werkspiloten Markus Oestreich, der 14 Jahre zuvor auf dem Salzburgring in das unvergessene Crash- und Abbruchrennen 1988 an gleicher Stelle verwickelt gewesen ist – genau wie BMW-Markenkollege Harald Grohs, der inzwischen Oestreichs Teamchef ist. Im Rennen jedoch kann „Oese“ als Gesamt-14. seine Startposition nicht in ein Spitzenergebnis umsetzen.
Das hingegen gelingt Thomas Mutsch, der als Vierter nach dem Qualifying zum Sieg fährt und die Lücke zu Johnny Cecotto, der Zweiter wird, in der Punktwertung weiter schrumpfen lässt. Während das Zakspeed-Tandem Lamy und Lechner leer ausgeht, wiederholt sich zumindest für Teamchef Ulrich Mönninghoff die Geschichte – wieder gewinnt sein Solo-Pilot mit der silbergrauen Silhouette des Audi A6 und den Markenzeichen eines Pharma-Konzerns.
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