Vor 32 Jahren waren sie Rennstall-Kollegen im Zakspeed-BMW-Junior-Team, nun sind sie wieder vereint: Schon zum zweiten Mal in der laufenden Saison starten die einstigen Werksjunioren Marc Hessel und Eric van de Poele gemeinsam mit jenem Fahrzeugtyp, der sie berühmt werden ließ. Möglich macht dies einmal mehr 2.0 Automotive, die Mannschaft um Sebastian Küppers und Martin Stranzl. Das Düsseldorfer Team bringt einen BMW M3 E30 Gruppe A in exakt jener technischen Auslegung an den Nürburgring, die 1987 Gültigkeit besaß. Am Wochenende begeben sich zwei gestandene Herren – einer von beiden sogar mit Vergangenheit in der Formel 1 – auf eine Zeitreise. Die Ausgangsfrage lautet: Werden sie am Volant ihres damaligen Arbeitsgeräts auf dem Eifelkurs noch einmal zu jungen Wilden? Carsten Krome, am 14. April 1987 Zeuge von Marc Hessels Siegesfahrt im peitschenden Regen von Zolder, berichtet.

Rückblende: Am 14. April 1987, beim „Bergischen Löwen“, dem zweiten DTM-Lauf jenes Jahres im belgischen Zolder, kommen BMW-Werksjunior Marc Hessel und Semi-Privater Olaf Manthey auf annähernd identischen M3 E30 als Erste und Zweite ins Ziel. Für Marc Hessel, einem Aufsteiger aus der Formel Ford 1600 und Neuling im BMW-Werksteam, ist dies schon im zweiten Anlauf der erste – und einzige – Triumph in der DTM. Der Einheimische Eric van de Poele, Marc Hessels Rennstall-Kollege im Zakspeed-BMW-Junior-Team, geht nach Trainingsbestzeit und schnellster Rennrunde leer aus. Für Olaf Manthey, der im Privatteam von Heinz Isert einen Platz gefunden hat, ist der zweite Rang im Landregen eine Chance, sein besonderes Fahrkönnen bei Nässe zu demonstrieren. 1987 sollen sich die Bonner Nachbarn – beide wohnen sogar in derselben Straße – noch einmal auf den obersten Stufen eines Siegerpodiums wiedersehen. Auf dem Norisring im Herzen Nürnbergs ist die Reihenfolge im Ziel jedoch genau umgekehrt: Marc Hessel belegt nach unverschuldeter Kollision mit Eric van de Poele, seinem Teamkollegen, die ihn an den Schluss des Feldes zurückbefördert, trotz eingedrückter Beifahrertür Rang zwei. Der neun Jahre ältere Olaf Manthey triumphiert am 28. Juni 1987 – damals sind Erfolge noch ohne Werksfahrerstatus möglich, anfangs noch ein Ankerpunkt im Konzept der DTM. Zwei Jahre später wird der Professionalisierungsgrad in der DTM so weit fortgeschritten sein, dass (Semi-)Privatiers für erste Plätze nicht mehr in Frage kamen. Zu diesem Zeitpunkt ist Marc Hessel bereits aus dem Tourenwagen-Geschäft ausgestiegen und mit eigenem Material in der Formel 3 unterwegs. In der DTM 1987 hat er bis zu einem hochdramatischen Saisonfinale am 23. August auf dem Salzburgring zu den engsten Titelkandidaten gehört. Es ist aber der Belgier Eric van de Poele, der sich über den Gewinn der Meisterschaft freuen darf. Dabei hat er im Gegensatz zu Marc Hessel kein einziges Rennen gewonnen. Der Unterlegene wechselt daraufhin zu AMG-Mercedes, durchlebt eine schwierige und obendrein unvollendete DTM-Saison 1988 im 190E 2.3-16. Van de Poele hingegen kommt 1991 in der Formel 1 an – und bei insgesamt drei Rennställen unter Vertrag. Er ist für 29 Große Preise gemeldet, kann sich aber nur für fünf qualifizieren. Zehnmal startet der Belgier bei den 24 Stunden von Le Mans. Marc Hessel, der noch während seiner Profi-Rennfahrer-Karriere ein abgeschlossenes Architektur-Studium absolviert und anschließend als Event-Manager für Automobil-Konzerne tätig ist, schlägt einen anderen Berufsweg ein als der Mann aus Verviers. Jahrzehntelang gilt es als unwahrscheinlich, dass die einstigen Weggefährten – und Konkurrenten im eigenen Haus – jemals wieder ein Rennen gemeinsam bestreiten. Am 19. Mai 2019 passiert es dann aber doch, obendrein im belgischen Zolder. Anlässlich des Gastspiels der heutigen DTM auf dem Omloop Terlamen teilen sie sich das Cockpit jenes Fahrzeugtyps, der sie 32 Jahre zuvor hat berühmt werden lassen. Im historischen BMW M3 E30 legen sie denselben Speed an den Tag wie einst im April 1987 und beweisen, dass sie rein gar nichts verlernt haben.

Am Wochenende erhalten sie eine zweite Gelegenheit, die Vergangenheit noch einmal aufleben zu lassen. Möglich machen dies Sebastian Küppers und Martin Stranzl mit ihrem Düsseldorfer Profi-Rennstall 2.0 Automotive. Das Duo stellt einen BMW M3 E30 Gruppe A auf dem technischen Stand der Jahre 1987/88. Damit nehmen sie im Rahmen der DTM auf dem Nürburgring am 40-Minuten-Rennen der Tourenwagen-Klassiker teil. Zahlreiche Spitzenfahrer der damaligen Zeit mischen ebenfalls mit, unter ihnen Kris Nissen, Armin Hahne, Harald Grohs und Leopold Prinz von Bayern. Bei Testfahrten auf dem Grand-Prix-Kurs haben sich Marc Hessel und Eric van de Poele in der vergangenen Woche auf ihren zweiten gemeinsamen Auftritt akribisch vorbereitet. Sie gehen als (Mit-)Favoriten auf den Klassensieg in den Wettbewerb, Der Weg zum Gesamtsieg dürfte ungleich schwieriger zu beschreiten sein, denn ganz vorne im Starterfeld geben verschiedene Gitterrohrrahmen-Prototypen anderer Kategorien die Gangart vor. „Wir fokussieren uns auf unsere Klasse“, fordert Sebastian Küppers, „dort wollen wir die möglichst volle Punktzahl einfahren.“ Mehr noch: Bereits am Freitagabend, zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr, gehen im Fahrsicherzeitszentrum am Nürburgring, kurz FSZ, die beliebten #Benzingespräche2.0 by Hans Brandenburg im Internet auf Sendung. Am 6. Februar 2019 sorgte die erste Live-Übertragung, damals aus den Verkaufsräumen der Düsseldorfer Hans Brandenburg GmbH im Stadtteil Hellerhof, für Furore. Mehr als 30.000 Motorsportfreunde folgten dem 90-minütigen Livestream-Talk auf Facebook sowie auf YouTube. Die Studiogäste im Interview mit Carsten Krome: Marc Hessel, Christian Menzel und der 75-jährige Harald Grohs als Überraschungsgast. Eingeladen hatten Ina Niebel und die von ihr vertretene Hans Brandenburg GmbH vor dem Hintergrund des 50-jährigen Betriebsjubiläums. „Dies ist unverändert unser Antrieb“, beschreibt Ina Niebel die Motivation bei der zweiten Durchführung. „Wir gehen bei den zweiten Benzingesprächen auch an den Nürburgring, um auf unsere Leistungspartnerschaft mit Sebastian Küppers und 2.0 Automotive hinzuweisen – wie gehen nun dort auf Sendung, wo Tourenwagen-Rennsport im Einzugsbereich unserer Geschäftsfreunde und Kunden stattfindet.“ Die Starpiloten vergangener Zeit sind vollzählig im Talk mit Carsten Krome zugegen, aufgrund der hohen Dichte an prominenten Gesprächspartnern wird die Sendezeit am Freitag, dem dreizehnten, von 90 auf 120 Minuten erweitert. „Wichtig ist uns die Feststellung“, stellt Sebastian Küppers als federführender Mitorganisator fest, „dass die #Benzingespräche2.0 by Hans Brandenburg ausschließlich geladenen Gästen zugänglich sind. Wir übertragen den Talk nicht zuletzt im Livestream, um dennoch möglichst viele Fans daran teilhaben zu lassen.“ Mit diesem Konzept gingen die Partner bereits am 6. Februar 2019 in Hellerhof, dem südlichsten Stadtteil Düsseldorfs, an den Start. Zu sehen sein wird der Livestream sowohl auf den offiziellen Facebook-Seiten der Hans Brandenburg GmbH und 2.0 Automotive als auch auf sämtlichen Facebook- sowie YouTube-Kanälen von netzwerkeins. „Selbstverständlich ist dieser Dienst für alle Zuschauer kostenlos“, betont Moderator Carsten Krome, der 1986 erstmals auf Sendung gegangen ist.

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

Fotografie: BMW Press Club

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