werk1 sports / cars / culture: das Editorial der neuen werk1-Ausgabe 001 | 2020 in voller Länge – liebe DTM-Verantwortliche, hört auf mit den Sonderwegen, gebt uns die Gruppe 5 zurück. Endlich.

Seite 3 | erste Worte

© Carsten Krome Netzwerkeins

Audi, das ist Fakt, steigt zum Jahresende werksseitig aus der deutschen Tourenwagen-Bundesliga, der DTM, aus. Während es die Ingolstädter Premium-Autobauer nach der Diesel-Dominanz in Le Mans künftig in die Formel E zieht, verbleibt ein letzter Hersteller als Alleindarsteller: BMW. Und das funktioniert natürlich nicht. Ein neues, tragfähiges Regelwerk, eine technische Grundlage, ist ab der kommenden Saison gefordert. Die Klasse 1, 1996 schon einmal an zu hohen Kosten gescheitert, ist zum zweiten Mal gescheitert. Vor drei Jahren schon bot Mercedes-Benz mit der frühzeitigen Ankündigung, sich zum Saisonende 2018 zu verabschieden, einen Ausblick auf die derzeitige Entwicklung.

Echte Alternativen sind nicht in Sicht. Denn sogar der Erfinder der als Allheilmittel angesehenen GT3-Formel, der Pariser Rennserien-Doyen Stéphane Ratel, hat erkannt: Seine Liga der Supersportwagen wird der DTM nicht aus der Klemme helfen. Und er hat Recht damit, denn: Mit dem ADAC-GT-Masters existiert ein funktionierendes, professionelles Podium für diese Kategorie. Warum sollte der ADAC seine Bühne für die DTM aufgeben oder eine Zweigleisigkeit zulassen? Dazu besteht keine Veranlassung. Für den GT3-Ansatz spricht das unverändert lebhafte Herstellerinteresse. So ist es beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife zu beobachten. Führt das nicht auch zu neuen Herausforderungen von der „Balance of Performance“, sprich: BOP, bis hin zur Frage, wie weit die aktive Unterstützung von semi-privatem Kundensport eigentlich gehen darf und wer es sich zutraut, den Versuch einer Definition in die Kolonne zu werfen?

Bloße Utopie? Mitnichten – schon seit Oktober 2014 beschäftigt sich Kremer Racing, Köln, mit einer zeitgemäßen Gruppe-5-Ausführung des Porsche 911. Inzwischen ist das Neunelfer-Derivat im Heritage-Look des legendären Kremer-Porsche 935 K3 auch mit vollumfänglicher TÜV-Zulassung erhältlich und damit weitestgehend ausentwickelt. © Carsten Krome Netzwerkeins

Wie war das eigentlich vor vier Jahrzehnten, 1980, zur Blütezeit der Deutschen Rennsportmeisterschaft? Um den Vorläufer der DTM wird heute ein Kult inszeniert. Bücher erscheinen, Modellautos sind sofort vergriffen, ihre lebensgroßen Vorbilder werden an internationalen Börsenplätzen wie Gold gehandelt. Das zeigt, dass das bis zum 1. Januar 1982 geltende FIA-Reglement der Gruppe 5 – Spezial-Produktionswagen – der Königsschuss gewesen ist. Im Gegensatz zum Werkssport der DTM waren es klassische Tuningbetriebe, die in der Gruppe 5 das Zepter führten. Legenden wurden gemacht: Zakspeed-Ford, Schnitzer-BMW, … Kremer-Porsche. Letztgenannte Manufaktur, auch mehr als 50 Jahre nach der Gründung noch immer in Köln aktiv, stellte im Juni 2020 eine zeitgemäße Gruppe-5-Version des Porsche 911 turbo vor. Das Fahrzeug ist ein Lichtblick für all jene, in deren Köpfen alte und neue Zeit gleichermaßen den Systemvoraussetzungen entsprechen.

Bloße Utopie? Mitnichten – schon seit Oktober 2014 beschäftigt sich Kremer Racing, Köln, mit einer zeitgemäßen Gruppe-5-Ausführung des Porsche 911. Inzwischen ist das Neunelfer-Derivat im Heritage-Look des legendären Kremer-Porsche 935 K3 auch mit vollumfänglicher TÜV-Zulassung erhältlich und damit weitestgehend ausentwickelt. © Carsten Krome Netzwerkeins

Könnte ein postmoderner Kremer-Porsche im Statement-Design wie dem des „schnellen Hasen mit den heißen Pfoten“, aus der Deutschen Rennsportmeisterschaft auch eine DTM neu beleben? Ja, warum denn eigentlich nicht? Denn was Kremer nun vorlegt, könnten sich andere Fachbetriebe zum Vorbild nehmen. Ein (relativ) einfach gehaltenes Reglement, selbstverständlich BOP-free und mit Saugmotoren, könnte den Geist der guten, alten Gruppe 5 neu beleben – und die Menschen weiterhin für den Rennsport mit echten Spezial-Produktionswagen begeistern.

In der werk1-Ausgabe 001 | 2020 widmen wir ein Dutzend Sonderseiten dem Kremer-Ansatz und seinem Urahn, dem Kremer-Porsche 935 K3. Freuen Sie sich auf das Kompendium aller 31 Fahrgestellnummern, wir wünschen Ihnen aufschlussreiches Lesevergnügen!

Ihr und Euer

Carsten Krome

werk1 sports / cars / culture

EU-Markeninhaber, Chefredakteur

Weiterlesen? Sehr gerne – in der neuen werk1-Ausgabe 001 | 2020, am 31. Juli 20 | 20 – dem letzten (Frei-)Tag des Monats – im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich.

 

https://www.netzwerkeins.com/2020/07/23/neues-leben-fuer-die-eins-werk1-sports-cars-culture-meldet-sich-zurueck-runderneuert-am-letzten-tag-im-juli-20-20-im-guten-zeitschriftenhandel/

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Mehr zum Thema erfahren Sie auch im Filmbeitrag auf YouTube: Hommage an die 24h von Le Mans und ihre(n) Sieger.

>>> Jetzt auf netzwerkeins_tv by Carsten Krome anschauen: