Wissen Sie eigentlich, wo der Köterberg liegt? Zugegeben – auch wir haben 2004 zuerst einmal nachfragen müssen, ob der Name überhaupt stimmt! Aber es gibt ihn tatsächlich, unweit von Schieder-Schwalenberg im Weserbergland gelegen. Auf gut und gerne 500 Metern Meereshöhe schweift der Rundblick über bestenfalls 62 Ortschaften der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Die Sichtweite reicht von Porta Westfalica bis zum Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald und vom Herkules bei Kassel bis zum Brocken im Harz. Für Klaus Nierste von der Interessengemeinschaft, kurz: IG 924/944/968, war dies Anlass genug, dem Biker-Hotspot eine Rundtour auf vier Rädern zu widmen.

Über den Berg

Ein Berghotel nördlich der Mainlinie, das mit rund 200 PKW-Parkplätzen für sich wirbt? Touristische Ziele dieser Größenordnung sind bestenfalls im Harz zu erwarten. Dort grüßt der Brocken aus dem Osten der einst geteilten Republik. Kein Wunder also, vergleicht sich der Köterberg im Weserbergland gern mit seinem bekannteren Bruder. 500 Meter hoch, zieht der Aussichtspunkt vor allem Motorradfreunde in Scharen an. Seit 1929 ziert den höchsten Punkt eine Wanderherberge im Baudenstil. Achteckig ist sie angelegt worden, um einen freien Blick zu schaffen. Davon machte nun auch die Interessengemeinschaft, kurz IG 924/944/968, Gebrauch. Für ihren Bereichsleiter Klaus Nierste ein Heimspiel: Sein Wohnort Horn-Bad Meinberg liegt wenige Kilometer weit entfernt, die meisten IG-Mitglieder seiner Region leben quasi in der Nachbarschaft. Die Konsequenz: eine binnen zwei Wochen organisierte Rundtour über grüne Hügel und durch verträumte Weiler.

Die 105 Kilometer lange Route: vom Köterberg aus über Oldenburg, Steinheim, Bergheim, Altenbeken, Bauernkamp, die Gauseköte – ehemals eine veritable Bergrennstrecke mit Wilhelm Rinne aus Rinteln als Gesamtsieger – und Detmold nach Horn-Bad Meinberg. 22 Transaxle-Porsche waren dem Aufruf gefolgt, darunter viele sehr gepflegte Exemplare. Es scheint, als habe das alte Zerrbild vom jungen Wilden im ausrangierten Gebrauchtwagen ausgedient. Statt dessen überwiegend reifere Jahrgänge in 968 Cabriolet, 944 turbo S oder 924 Le Mans. Trotz kurvenreicher Passagen rollte das Teilnehmerfeld diszipliniert von Station zu Station. Nach Wolken am Morgen riss gegen Mittag der Himmel auf, tauchte das Szenario in ein malerisches Licht. Mit Paderborn auf Sichtweite versammelte sich der stetig größer werdende Freundeskreis zum Gruppenbild. Der nächste Halt: Schönemark bei Detmold. Dort erwarteten besonders Wagemutige zwei Quads. Die vierrädrige Überraschung rief durchaus Begeisterung hervor.

Schlusspunkt: ein Lokal in der lippischen Gemeinde Horn. Das Thema schlechthin: nicht der Köterberg. Der war zwar in der Tat einen Besuch wert gewesen, lag aber bereits einige Stunden zurück. Was mehr Interesse weckte: der nächste Termin. Die „8. Lippischen Oldtimer-Tage“ am 28. und 29. August 2004 in Detmold warfen ihre Schatten voraus. Sie entpuppten sich als ein weiterer Erfolg.

Text: Carsten Krome
Fotos: Carsten Krome

#LandDesHermann

Veröffentlicht am: 28 Aug. 2004 um 09:44 Uhr

Köterberg: Tourentipp – nicht nur unter Transaxle-Freunden

Veranstaltungen finden auf dem Köterberg keine statt, trotz Parkmöglichkeiten für rund 200 Fahrzeuge. Die Erhebung bei Schieder-Schwalenberg im Weserbergland ist ein beliebter Anziehungspunkt für Motorradfahrer und Transaxle-Freunde. Die Szene erinnert an die Nürburgring-Nordschleife. Unfälle, Streckensperrungen oder Anfeuerungsrufe? Zum Glück nicht! Ein weiterer Unterschied zur Grünen Hölle: Die Köterbergstraße ergibt keinen Rundkurs. Reizvoll ist sie trotz Gegenverkehrs. Die Streckenführung erinnert an klassische Bergrennen. Wer mit seinem Porsche auf Tuchfühlung gehen will, riskiert nicht viel. Die Kurven sind durchgehend eng. Obendrein ließen die Behörden Schutzpolster an den Leitplanken montieren – ein Zugeständnis an maximal 1.500 Zweiräder täglich. Auf 497 Metern Meereshöhe angekommen, erfreut ein einzigartiges Panorama im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Der Rundblick schweift vom Teutoburger Wald bis zum Harz. Bei klarer Wetterlage sind 62 Ortschaften zu zählen. Den “schönsten Rundblick Norddeutschlands” krönt die Weser bei Holzminden, Höxter und Polle. Markante Bauten bestimmen das Hochplateau: das 1929 errichtete und 1942 erweiterte Köterberghaus sowie der 1971 aufgestellte Funkturm. Für Gruppen, Einzelfahrer, Stammtische oder Clubs sind sie Orientierungshilfen. Die Atmosphäre: rustikal und kameradschaftlich. Gehobene Ansprüche bedient das achteckige Haus trotz seiner zehn Hotelbetten nicht. Die wenigsten Gäste dürften über Nacht bleiben. Denn es macht Spaß, die Köterbergstraße immer wieder unter die Räder zu nehmen! Wer Alpenpässe liebt, stimmt sich ohne lange Anfahrtswege schon einmal auf die nächste Passfahrt ein.

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