Beim sechsten diesjährigen Rennwochenende „unserer Serie“ reiste der Tross von DMV GTC und DUNLOP 60 in die Magdeburger Börde. Beim ADAC Racing Weekend 2019 machten die Teams in der Motorsport Arena Oschersleben Station. Dupré Motorsport Engineering ging wie immer mit zwei Porsche 911 GT3 Cup der Modellgeneration 991.1 an den Start. Christoph Dupré führte als Spielertrainer das vierköpfige Fahrerkollegium an. Nach dem Beinahe-Drama auf dem Hockenheimring war nicht nur die Windschutzscheibe seines 460-PS-Carrera wieder genesen, sondern auch er selbst. Dennoch überraschte ihn der anhaltende Aufwärtstrend seines 18-jährigen Schülers Jacob Erlbacher. Carsten Krome hat die sportlichen Ereignisse im Bundesland Sachsen-Anhalt aufgearbeitet – der 300. Beitrag auf netzwerkeins.com.

Die Schlagzeilen:

Auffahrunfall im Teamrennen: In der Schlussphase des DUNLOP 60 rumpelt es, trotzdem ein versöhnlicher Abschluss für beide Dupré-Porsche-Teams.

Silber-Status mit einmal umsteigen: Im ersten 30-Minuten-Sprint des DMV GTC triumphiert Christoph Dupré im 911 GT3 Cup mit der Startnummer #1.

Glatter Einser: Im zweiten Durchgang gewinnt die #1 abermals, diesmal jedoch mit dem erst 18-jährigen Meisterschüler Jacob Erlbacher aus Böblingen.

Bereits am Donnerstag vor dem ADAC Racing Weekend machte sich das Saarländer Familienteam von Gründervater Claus Dupré und dessen Sohn Christoph mit den Streckenverhältnissen in der Motorsport Arena Oschersleben vertraut. Für Neueinsteiger Jacob Erlbacher war dies eine willkommene Gelegenheit, der Theorie im Vorfeld des sechsten Renntermins die Praxis folgen zu lassen. Der gebürtige Österreicher mit Wohnsitz in Böblingen hatte sich im Simulator auf den ihm unbekannten 3.698-Kilometer-Kurs vorzubereitet. Dass er auf beiden Porsche des Traditions-Rennstalls aus Schiffweiler seine Runden drehte, war auf Unterschiede in den Fahreigenschaften zurückzuführen. Erlbacher, der als Förderkandidat seine erste Saison im legendären „Elfer“ absolviert, fasste die jeweiligen Eigenheiten der Startnummer #1 und #63 wie folgt zusammen: „Den Einser muss man grundsätzlich etwas härter herannehmen, das kommt mir hier in Oschersleben offenbar entgegen. Normalerweise liegt mir die #63 etwas besser. Aber ich passe meinen Fahrstil den Gegebenheiten an, und dann läuft das!“ Christoph Dupré beobachtet den – beschleunigten – Entwicklungsweg seines Schülers mit einiger Genugtuung: „Er interessiert sich, hört zu, ist stets aufmerksam – das alles sind Faktoren, die über Erfolg und Misserfolg zumindest mitentscheiden.“

So gelang es ihm auch, in seinem ersten Qualifying auf nassem Asphalt unbeschadet auf der Piste zu bleiben – im Porsche eine besondere Herausforderung. Jacob Erlbacher und Christoph Dupré qualifizierten sich hinter ihrem Markenkollegen Christof Langer an zweiter Stelle, Teamgründer Claus Dupré und Lukas Hein, ein Endzwanziger mit Wurzeln im Rallyesport, folgten auf dem vierten Klassenrang. Nachdem das Geläuf wieder abgetrocknet war, ging es am späten Freitagnachmittag ins 60-Minuten-Rennen. Für Dupré/Erlbacher in der Startnummer #1 war es eine souveräne Partie. An sechster Gesamtposition, noch vor dem leistungsstärkeren Porsche 911 GT3 R von Oliver Engelhardt und Christian Schütz gewertet, kamen Lehrmeister und Schüler als Erste der Klasse 3 ins Ziel. Eine unruhige Schlussphase durchlebten DTM-Legende Claus Dupré, mit 71 Jahren der älteste aktive Fahrer im Feld, und Lukas Hein, der zweite Youngster. Letzterem rauschte ein nachrückender Klassenkonkurrent eingangs der Start- und Zielgeraden ins Fahrzeugheck. Trotzdem konnte sich Hein an dritter Stelle halten und das zweite Podiumsergebnis des Teams sicherstellen.

Ebenfalls am Freitag qualifizierten sich 15 Fahrer für das erste der beiden 30-Minuten-Rennen des DMV GTC, „unserer Serie“. Auch hier erwies sich die #1 unter Christoph Dupré als unschlagbar, Jacob Erlbacher folgte in der #63 an dritter Position. Im Rennen, am Samstagvormittag ausgetragen, konnte Jacob Erlbacher zu seinem Rennstall-Kollegen aufschließen und den Doppelsieg in der Klasse 3 sicherstellen. Vor dem zweiten Sprint über eine halbe Stunde stand ein Fahrzeugwechsel ins Haus, und das durchaus unfreiwillig. Hintergrund: Christoph Dupré wird vom Motorsport-Weltverband FIA aufgrund seiner Erfolge als Pilot mit Silber-Status eingeordnet. Das Regelwerk des DMV GTC unterbietet es Silber-Fahrern, im Sinne der Chancengleicheit an beiden samstäglichen Rennen auf ein- und demselben Fahrzeug teilzunehmen. Die Konsequenz: Dupré stieg von dem zweiten Heat in die #63 um, Erlbacher vollzog die Rochade mit dem Wechsel in die #1 – mit durchschlagendem Erfolg: Aus eigener Kraft sicherte sich das Nachwuchstalent den Sieg in Klasse 3 – vor Christoph Dupré. Über den entgangenen Sieg wusste sich der Unterlegende durchaus zu freuen. „Das hat er richtig gut gemacht!“, meinte Dupré anerkennend.

Am ersten Wochenende im September 2019 kann sich das Fahrerquartett einmal mehr beweisen. Die siebte Veranstaltung des DMV GTC und DUNLOP 60 führt die Mannschaft von Dupré Motorsport Engineering ins belgische Zolder. Auf dem kurvenreichen Kurs in der Provinz Limburg gilt die Devise: Bloß von den allgegenwärtigen Mauern fernhalten!

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

Fotografie: Farid Wagner und Thomas Simon, DMV GTC Media

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