Amici d’Italia! Der Mailänder Mauro Borella besaß 25 Jahre lang einen von 49 Porsche Carrera RSR 2.8 aus dem Werk. Er übernahm das Coupé in den frühen achtziger Jahren, um seine Leidenschaft für den Motorsport auszuleben. Denn mit 20 Lenzen beteiligte er sich erstmals mit einem Porsche 924 turbo an einem Rennen und gewann es auf Anhieb. „Ich kannte mich schon als Jugendlicher in Monza aus“, berichtet der Italo-Racer, „nahm jede Gelegenheit wahr und schaute mir wirklich jede erdenkliche Veranstaltung an.“

1989 mischte er beim letzten „Giro d’Italia“ mit. Auf den Spuren des berühmten „Momo“-Gründers Dottore Gianpiero Moretti verzeichnete Borella einen Klassensieg. Für ihn war das Ansporn genug, außerhalb Italiens sein Pisten-Glück zu suchen. Viermal hintereinander nahm er an den 24 Stunden von Daytona im US-Bundesstaat Florida teil, lernte Sebring und Laguna Seca kennen. 1998 flatterte die Einladung ins Haus, die Feierlichkeiten zum 50. Porsche-Geburtstag in Laguna Seca als Fahrer mitzugestalten. Hintergrund: Borella hatte kurz zuvor einen Carrera RSR in die Vereinigten Staaten ausgeführt.

Der neue Eigentümer fühlte sich auf den Ritt durch den berühmten „Corkscrew“ nicht ausreichend vorbereitet. Der US-Makler John Starkey, ein nach St. Petersburg ausgewanderter Brite, brachte Mauro Borella als Ersatzfahrer ins Gespräch. „So steuerte ich noch einmal meinen grünen Derkum-RSR aus dem italienischen GT-Championnat 1997“, schildert der Weltbürger. „Ich übernahm diesen und einen anderen, gleichfarbigen RSR direkt von Horst Derkum in Bergisch Gladbach. Veräußert habe ich dann beide.“ Der Porsche Carrera RSR 2.8 (Chassis Nummer 911 360 1159, im Mai 1973 in die USA ausgeliefert) war von all den Wechselspielen nicht betroffen.

Erst im vergangenen Jahr meldete ein portugiesischer Sammler Interesse an. Der Handel kam schließlich zustande – mit zwiespältigen Auswirkungen. „Bei der ‚Hockenheim Historic in Memory of Jim Clark‘ entdeckte ich meinen RSR im Fahrerlager. Die Situation erinnerte mich an Laguna Seca 1988, als ich ebenfalls vor einem meiner ex-Autos stand. Leider kann man nicht alles im Leben behalten.“ Was bleibt vom RSR, ist die schöne Erinnerung an das Revival der Deutschen Automobil-Rennsportmeisterschaft auf dem Nürburgring. Einen Ausgleich für den Verkauf nach 25 gemeinsamen Jahren sollte ein Porsche 911 S 2,2 schaffen, der in eine Gruppe-4-Rennversion, dem 911 S/T 2,5, umgebaut worden ist.

Damit plante Mauro Borella einen Einsatz bei Classic Endurance Racing, kurz CER – unter anderem auf dem Nürburgring. „Vielleicht sehe ich dort ja auch einige meiner früheren Porsche wieder“, vermutete er. „Es tut schon gut, zu wissen, was aus ihnen geworden ist!“

Verantwortlich für den Inhalt: Carsten Krome Netzwerkeins

Fotografie: PS Automobile (7); Privatarchiv Mauro Borella (2), Carsten Krome Netzwerkeins (2)