(Mein) Maifeiertag am Niederrhein: Ingos Clubday der Porschefreunde auf der Trabrennbahn Dinslaken, zum 24. Mal ein Fest für alle, die Sportwagen mit dem Herzen sehen.

Welch ein Tag!

Sommerliche Temperaturen, unaufgeregte Stimmung, Begegnungen, Freunde, die unvermeidlichen Staubfahnen und das gute Gefühl, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist – nicht in Dinslaken, nicht an der Bärenkampallee mit ihrer allem Anschein nach unbeugsamen Trabrennbahn. Obwohl seit bald einem Jahrzehnt von großen Bauplänen die Rede ist, von noch größeren Investitionen, von Wohnquartieren und dem zwangsläufigem Umzug von Europas größtem Sportwagen-Happening seiner Art und Markenbindung, bleibt Jahr für Jahr alles so, wie es ist – auch am 1. Mai 2026, bei der 24. Auflage.

Schon jetzt steht fest: Die Jubiläumsveranstaltung, der 25. Clubday zu Ehren seines 2023 im Alter von nur 66 Jahren verstorbenen Gründers Ingo Rübener, wird am Ort seiner Premiere stattfinden.

Ein schlichtes Telefax, verteilt in den letzten Apriltagen 2002, machte den Anfang. Spontan erschienen 440 Porsche-Fahrzeuge, angeführt von einem „Speed“-gelben TechArt-GT street S. Sie bildeten die längste ununterbrochene Edelauto-Schlage der Welt und bescherten den ersten Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde. Der weitere Aufstieg war unaufhaltsam. Trotz vielfältiger Ideen und Versuche, andernorts weniger authentische Event-Konzepte in die Tat umzusetzen. Sie alle erreichten nie den Nimbus des so wunderbar normalen, so bodenständigen Klassen- und Familientreffens.

Dinslaken wurde zur Institution und blieb es auch, allen Andersdenkenden zum Trotz. Und so blieb es auch beim bewusst einfach gestrickten Mix aus Concours d’Elégance, Clubs aus aller Herren Länder und Sound Contest als spektakulärem Schlusspunkt kurz vor vier am Nachmittag.

Stets war Ingo Rübener mit seinem gelb-grün karierten 964 RS M001, einem modifizierten „Teppichmodell“, in dieser Disziplin das Maß aller Dinge. Inzwischen parkt sein zurückgelassenes Lieblingsauto tonlos am Bühnenrad, wenn die Motoren bei 4.000/min, zum nie so richtig ernstgemeinten Akustik-Happening antreten.

Überhaupt, die Bühne: Lebensmittelpunkt für sieben intensive Stunden von neun bis vier. Vor drei Jahren noch, am 1. Mai 2023, saß Ingo Rübener, bereits geschwächt und doch noch mittendrin, an ihrer Vorderseite und schilderte gemeinsam mit Hanns-Oliver “Olli” Plöger, Michael Heiliger und mir, Carsten Krome, seine Eindrücke, Er ging leise an diesem Tag, nach wenigen Stunden schon – für viele ein stiller Abschied ohne ein letztes Lebewohl.

Momente wie diese verbinden am meisten. Und als Sonja Rübener den mutigen Beschluss fasste, nach Ingos Abschied einfach weiterzumachen am Maifeiertag auf der Trabrennbahn, da zogen (fast) alle mit.

Am 1. Mai 2026 nun, zum fünften Mal in Folge schon als verantwortlicher Moderator, war in Dinslaken nicht nur das Wetter schön – es war eine Ehre, zum großen Ganzen einen kleinen Beitrag geleistet zu haben. Neudeutsch heißt es oft und gerne: “Thanks for having me.” Meint: ein herzliches Dankeschön für einen festen, zentralen Punkt im alljährlichen Kalender!

Nach zwei Jahrzehnten Unterbrechung erfolgte die Fahrt an den Niederrhein, in die einstige Heimat, mit dem eigenen Sportwagen – selbstverständlich einem mit Zuffenhausens Wappen auf der Fronthaube. Es ist das künftige Leading Car der alpinen werk1-Exkursion namens #AlpineCruising.

Noch einmal zurück an Ingo Rübeners Niederrhein: Unweit von Dinslaken, auf der gegenüberliegenden Rheinseite, erfand eine Altbierbrauerei aus Issum dereinst einen Werbesong. “Welch ein Tag”, hieß der – und genau das trifft es wohl am allerbesten. In der Nachbetrachtung des 1. Mai 2026 auf der offenbar nun doch nicht zum Abriss freigegebenen Pferderennbahn. Es fühlte sich so angenehm leicht an im Oval, das schon so viele Geschichten geschrieben hat.

Verantwortlich für den Inhalt: netzwerkeins GmbH, Carsten Krome
Fotografie: Petra Pollmann; Tona Media, Marc Freye

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