V8STAR, Saison 2/2002, Racing Weekend 5/10, Zolder/B, Samstag, 6. Juli 2002: Thomas Mutsch weiter auf dem Vormarsch, Saisonsieg Nummer 3.
[Rückblende]: Es ist der 11. März 1984, als auf dem Omloop Terlamen Zolder östlich der belgischen Hauptstadt Brüssel die neu gegründete „Deutsche Produktionswagen Meisterschaft“, die spätere DTM, vor 42 Jahren in ihre Debütsaison startet. Das allererste DTM-Rennen führt über 24 Runden und insgesamt 102,288 Kilometer – und am Ende triumphiert ein BMW den “Bergischen Löwen” von Zolder. Nach einem dramatischen Rennen überquert der Harald Grohs mit dem BMW 635 CSi Gruppe A als Auftaktsieger die Ziellinie, der Essener geht als erster DTM-Sieger aller Zeiten in die Geschichte ein.18 Jahre später greift die V8STAR mit dem fünften Wertungslauf der Saison 2002 die Tradition des 3.977 Kilometer langen Kurses in der Provinz Limburg auf und liefert nach dem Abgang der DTM 1994 wieder hochklassigen Produktionswagen-Rennsport. Auf der vom Niederländer Hans Hugenholtz zu Beginn der sechziger Jahre geplanten Anlage ist Präzision an den Volants gefordert, die Sturzräume sind knapp bemessen, der Abstand zu den Streckenbegrenzungen sind gering. Davon unbeeindruckt, gehen 21 Fahrzeuge ins Qualifikationstraining.
Thomas Mutsch, zweifacher Saisonsieger und drei Wochen zuvor auch auf dem Lausitzring erfolgreich, bestätigt im Qualifying seine bestechende Form und lässt Bestzeit vor Zakspeed-Verfolger Robert Lechner und dem überraschend starken Sascha Bert mit dem Jaguar S-Type aus dem J.A.G. Racing Team des späteren Box- und Fußballmanagers Jakub Andreas Grajewski. Pedro Lamy kommt als Elfter einmal nicht in die Gänge, noch hat der Südeuropäer 111 Meisterschaftspunkte vorzuweisen.
Im Rennen, das am Samstag ausgetragen wird, setzt sich einmal mehr Thomas Mutsch am besten in Szene. Von der Pole-Position des Trainingsschnellsten gestartet, lässt er sich nicht lange bitten und sichert sich den nun schon dritten Saisonsieg, den zweiten in ununterbrochener Folge. Hinter der silberglänzenden Audi-Silhouette setzt sich Steffen Widmann mit der Opel-Omega-Silhouette von SST Engineering an zweiter Stelle in Szene, während Widmanns prominenter Teamkollege Kurt Thiim eine Disqualifikation hinnehmen muss.
Dritter wird Roland Asch, Vierter Robert Lechner. Der 6. Juli 2002 ist nicht der Tag der Top-Favoriten: Johnny Cecotto markiert Rang neun, Pedro Lamy überquert die Ziellinie als Dreizehnter. Es zeichnet sich ab, dass das Unternehmen Titelgewinn für die (Kaufhof-)Grünen aus Niederzissen in der zweiten Jahreshälfte schwierig werden wird. Dennoch: Der Sport ist absolut hochklassig, die Leistungsdichte an der Spitze könnte kaum größer sein.