V8STAR, Saison 2/2002, Racing Weekend 10/10, Oschersleben, Samstag, 12. Oktober 2002: Platz sieben reicht Johnny Cecotto zum zweiten Meistertitel in Folge.
Ein siebter Platz und weitere 25 Meisterschaftspunkte genügen Johnny Cecotto, um das Unternehmen Titelverteidigung mit Erfolg abzuschließen. Im Qualifying noch Dritter hinter dem im Training erneut dominierenden Zakspeed-Doppel Pedro Lamy (Pole-Position) und Robert Lechner, setzt er im Rennen alles auf eine Karte, sammelt klug die erforderlichen Punkte ein – und dankt als Champion ab.
Das ahnt zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand, ebensowenig den Umstieg von der V8STAR in die DTM, den das deutsch-dänische Team 1st Choice Racing um Helmut Pohlen, Peter Utoft und Kris Nissen zur Saison 2003 vollziehen wird. Letztgenannter setzt nicht nur als Sechsplatzierter im Abschlussrennen ein klares Ausrufezeichen, sein Schüler Patrick Michels liegt als Fünfter liegt am Ende erstmals vor ihm. Der Eifeler Michels, der als Meister des VW New Beetle Cups eine steile Karriere hinlegt, ist ein ähnlich großes Talent wie der junge Allgäuer Peter Terting, der als neuer Titelträger des VW Lupo Cups 2002 die Chance erhält, mit 1st Choice Racing in einen Abt-Audi TT-R in die DTM aufzusteigen. Die Nähe zum VW-Konzern – Nissen und 1st Choice Racing erhalten neben Dennis Rosteck die Erlaubnis, mit der zu Beginn der Saison 2002 noch kontrovers diskutierten Silhouette des VW Passat in Erscheinung zu treten – erweist sich beim groß angelegten Nachwuchsprojekt als hilfreich.
Patrick Michels, der die Motorsport Arena Oschersleben als überlegener Laufsieger des VW New Beetle Cups 2001 allzu gut kennt, fällt bereits im Training als Vierter angenehm auf. Aber nicht nur er, sondern auch der Schweizer Neuzugang Benjamin Leuenberger, der Umsteigerin Ellen Lohr bei Pole Vision Racing ersetzt. Die Wahl-Monegassin, 1992 als erste DTM-Siegerin in die Geschichte eingegangen, ist schon vor geraumer Zeit bei Jakub Andreas Grajewski an Bord gegangen. Ersatzmann Benjamin Leuenberger, aus dem Kosmos der ADAC-Nachwuchsformeln kommend, macht mit dem siebten Rang hinter Thomas Mutsch auf sich aufmerksam – lauter junge Leute also auf den vorderen Plätzen.
Im Rennen kann sich Mutsch für sein Pech in der Schlussphase des Titelrennens noch einmal revanchieren. Aber so richtig gut läuft es für den dreimaligen Saisonsieger trotz allem nicht, denn Sieger Robert Lechner schnappt ihm mit Tagessieg Nummer zwei nach dem Nürburgring mit winzigen zwei Punkten Abstand noch den zweiten Platz in der Meisterschaftswertung hinter dem mit 31 Zählern Vorsprung am Ende souveränen Matchwinner Johnny Cecotto vor der Nase weg.
Damit ist das Triumvirat der drei Erstplatzierten bestimmt – wären da nicht dunkle Wolken, die über dem herbstlichen Bördekurs aufgezogen sind. Dass sie sich als ein düsteres Omen erweisen werden, zeigt sich erst im Nachhinein. Denn: Diese zweite Spielzeit hat, rein sportlich betrachtet, auf ganzer Linie überzeugt und viele begeistert.
Veröffentlicht am: 6. Mai 2026 um 17:10 Uhr