Umbruchstimmung vor der Saison 2003: Die BERU Top 10 als Plattform der Anfangsjahre und die V8STAR-Organisation schlagen getrennte Wege ein.
Mitten im Februar 2003 platzt die Bombe: Die BERU Top 10 als Plattform der Anfangsjahre und die V8STAR-Organisation schlagen getrennte Wege ein. Ab sofort, zur Unzeit. Denn zu diesem denkbar späten Zeitpunkt der Wintersaison sind die Verträge zwischen Rennveranstaltern und Serienbetreibern meist schon geschlossen. Tragisch für die V8STAR: 2002 hat die neue Serie bewiesen, dass sie als alternatives Format neben der DTM echte Headliner-Qualitäten mitbringt.
Die Zuschauerzahlen vor Ort sind im Vorjahr fünfstellig gewesen, die TV-Quoten der Übertragungen im Deutschen Sportfernsehen, kurz: DSF, haben sich vielversprechend entwickelt. Doch die Möglichkeit, quasi über Nacht von der Rahmen-Rennserie zur Hauptattraktion zu werden, erhält die V8STAR nicht. Dafür bleibt im Februar 2003 keine Zeit. Die Serie kann sich nurmehr im Rahmenprogramm bestehender Events mehr schlecht als recht positionieren.
Die V8STAR sichert sich dennoch den Zugang zu neun Veranstaltungen wie dem Truck Grand Prix auf dem Nürburgring, dem German 500 der ChampCar-Serie und dem damals noch sehr beliebten Formel-3-Masters in Zandvoort. Das bedeutet freilich die branchenüblichen Minutenpreise, die die ohnehin beanspruchten Kassen der V8STAR immer weiter belasten – eine Zerreißprobe schon vor Beginn der Saison 2003.
Das Dilemma der V8STAR macht sich unweigerlich bei den Starterzahlen bemerkbar. Trotz vielfältiger Maßnahmen zur Kostensenkung sehen sich immer weniger Teams in der Lage, eine komplette Saison zu finanzieren. So kommt es im Verlauf der Saison 2003 zu immer häufigeren Wechseln im Starterfeld: Rennställe treten nur dann an, wenn sie einen Geldgeber für ein einzelnes Rennwochenende gewinnen können und verschwinden für einige Zeit wieder. Die Fahrer wechseln teilweise von Rennen zu Rennen – je nachdem, wer gerade bezahlen kann.
Die Konsequenz: Mehr als acht Piloten nehmen 2003 nicht mehr an ausnahmslos allen Rennterminen teil. Zur selten gewordenen Spezies der Stammfahrer gehört der Portugiese Pedro Lamy. Mit dem unverändert Kaufhof-grünen Zakspeed-Jaguar S-Type wird er als dritter und letzter Meister der V8STAR in die Geschichte eingehen. Doch zunächst ist die dritte Spielzeit zu absolvieren. Der Saisonauftakt findet am 20 April 2003 auf dem Nürburgring statt – mit 16 Startern, immerhin.
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Veröffentlicht am: 6. Mai 2026 um 17:16 Uhr